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Er spannt seine Fäden in der ganzen Schweiz

tennisAls Schweizer

Das Büro ist klein und spartanisch eingerichtet, mitten im Industriequartier in Büren an der Aare wirkt es auf den ersten Blick etwas verloren. Im Sessel sitzt Stefan Hugi. Der 42-Jährige ist der Schweizer Generalimporteur der französischen Firma Tecnifibre, die im Tennismetier vorab als Saitenproduzentin bekannt ist und sich sukzessiv auf dem Schlägermarkt etablieren will. Hugi hat sich im Januar selbstständig gemacht; er besitzt auf dem hiesigen Markt das alleinige Verkaufsrecht der Marke, beliefert Sportgeschäfte, Tennisschulen, Klubs und Center und unterstützt nationale Spitzenspieler. «Meistens bin ich unterwegs oder auf irgendeinem Tennisplatz. Deshalb brauche ich kein luxuriöses Büro», erklärt Hugi schmunzelnd. Seit 17 Jahren arbeitet der gelernte Sportartikelverkäufer in der Tennisszene, mittlerweile profitiert er von seinem Netzwerk. Die langjährigen Davis-Cup-Spieler Marco Chiudinelli und Yves Allegro etwa unterstützte er bereits, als sie an Nachwuchswettkämpfen agierten. Auch mit Federer-Coach Severin Lüthi tauscht sich Hugi regelmässig aus. «Sie geben mir wichtige Inputs für den Materialbereich», sagt der Hobbysportler, zu dessen Kunden diverse Tennisklubs aus dem Kanton Bern zählen. Stefan Hugi beabsichtigt, sein Unternehmen Schritt für Schritt auszubauen. Die Aktivitäten auf dem Schweizer Markt reichen ihm jedoch aus, internationale Ambitionen hegt er keine. Dennoch weilt der Seeländer oft im Ausland; er reist an Grand-Slam-Turniere und an die Partien des Schweizer Davis-Cup-Teams. Er müsse Präsenz markieren, meint Hugi, der vorab die Anwesenheit am French Open und in Wimbledon zur Kundenbetreuung nutzt. An den ATP-Turnieren gelangt er auch in Kontakt mit Profis. Sonderwünsche hegten die Vertragsspieler eher selten, erklärt Hugi. «Nur auf Materialfehler reagieren sie empfindlich. Allerdings sind die Stars zum Teil sehr vergesslich. Marcos Baghdatis (der Australian-Open-Finalist von 2006 ist das Aushängeschild, die Red.) bemerkte einmal zwei Tage vor einem Turnier, dass er keine Saiten mehr hatte. Einem anderen Spieler musste ich die Ausrüstung gar an den Flughafen bringen, weil er kurz vor dem Einsteigen realisierte, dass er sein Equipment zu Hause vergessen hatte. Doch diese Flexibilität wird geschätzt.» Es bleibt beim Traum Stolz erzählt Stefan Hugi, dass mittlerweile an nahezu allen grossen nationalen Tennisturnieren mit den von ihm vertriebenen Bällen gespielt werde. Auf der ATP-Tour ist die Firma an verschiedenen Events offizieller Ballpartner. In Gstaad zeichnete das Unternehmen heuer für den Bespannungsservice verantwortlich; Hugi legte selbst Hand an. Dass dereinst ein Star der Szene mit dem Material der Franzosen spielen werde, sei unwahrscheinlich, sagt Hugi. «Um einen Top-5-Spieler der Welt zu verpflichten, müssen horrende Summen bezahlt werden.» Gemäss Gerüchten sind auch die Verhandlungen mit Stanislas Wawrinka am Geld gescheitert. Hugi ist sich sicher: «Würde Federer oder Nadal mit unseren Schlägern spielen, könnte ich meinen Umsatz rasch verdoppeln. Dieser Traum wird aber nicht in Erfüllung gehen.» Philipp Rindlisbacher>

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