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«Entscheid war nicht korrekt»

Das Schulhaus Stiegelschwand ist geschlossen und wird es auch am Montag zum Schulstart sein. Eltern des Adelbodner Seitentals sind darüber verärgert. Einer von ihnen, Patrik Josi, sagt: «Die Gemeinde macht sich strafbar.»

Die Zeiten, in denen jedes Tal ein Schulhaus hatte, sind vorbei. Dies mussten auch die Eltern des Adelbodner Seitentals Stiegelschwand erfahren: Der Gemeinderat teilte ihnen im Februar mit, dass das gleichnamige Schulhaus nicht erst wie ursprünglich geplant auf das Schuljahr 2011, sondern bereits heuer schliessen würde. Der Grund dafür ist der Wegzug von einer Familie mit zwei Kindern. Betroffen ist die Gesamtschule für die Kinder der 1. bis 4. Klasse. 84 Eltern und andere Adelbodner Bürgerinnen und Bürger reichten gegen den Entscheid des Gemeinderates zuerst bei der Gemeinde, dann beim Regierungsstatthalter eine Beschwerde ein. Die Gemeinde wies diese mit folgender Begründung ab: «Die Schulkommission ist aufgrund des Volksschulgesetztes gezwungen, den Klassenbestand in Adelboden von 21 auf 20 zu senken. Der Entscheid, den Standort Stiegelschwand zu schliessen ist unter Einbezug von gesetzliche Vorgaben und pädagogischen und organisatorischen Erwägungen gefallen.» Beschwerde abgewiesen Sprecher der verärgerten Eltern ist Patrik Josi aus Stiegelschwand: «Der Gemeinderat war zu diesem Beschluss nicht berechtigt.» Zwar habe der Rat die Kompetenz zu Schulschliessungen innerhalb der Organisationsverordnung. «Die Verordnung war aber zum Zeitpunkt des Entscheides, die Schule zu schliessen, noch nicht in Kraft», weiss der Elternvertreter Josi und Vater zweier schulpflichtiger Kinder. Trotzdem wies auch das zuständige Regierungsstatthalteramt Frutigen die Beschwerde gegen die Schliessung ab (siehe Kasten). Sie ziehen jetzt vor Gericht Die Gründe, die gegen die Schliessung der Schule sprechen, sind für die Eltern der betroffenen Kinder klar: Ein Tal verliert an Attraktivität für mögliche Neuzuzüger, fehlt es an einer Schule. Diese ist in kleineren Ortschaften oft auch sozialer Treffpunkt, der mit der Schliessung wegfällt. Auch aus diesen Gründen wollen die verärgerten Stiegelschwander den Kampf noch nicht aufgeben: Sie haben kürzlich eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht. Trotzdem wird die Schule am Montag zum Start ins neue Schuljahr nicht offen sein, nicht zuletzt auch, weil keine Lehrperson vorhanden ist. «Theoretisch müsste die Schule noch offen sein. Jetzt müssen wir halt auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts warten, der jedoch voraussichtlich erst im Herbst oder Winter zu erwarten ist», sagt Patrik Josi. Ihm ist es wichtig zu betonen, dass es sich bei seinem Kampf gegen die Schliessung der Gesamtschule Stiegelschwand «keineswegs etwa um eine persönliche Abrechnung handelt». Er habe oft das Gespräch mit der Gemeinde gesucht, doch dies hätte zu nichts geführt: «Wir fühlen uns nicht ernst genommen.» «Es herrscht Schulpflicht» «Am Montag beginnt für alle die Schule, es gibt schliesslich Schulpflicht.» Roger Galli, für Schulbelange zuständiger Gemeinderat von Adelboden, bestätigt, dass sich während den Sommerferien die Situation nicht geändert hat. «Wir warten auf den Entscheid des Verwaltungsgerichts, wobei ich keine Handhabe sehe, unseren Entschluss rückgängig zu machen. Die Vorgaben des Kantons betreffend Klassengrösse zählen auch für Stiegelschwand. Zudem fehlt die Lehrkraft.» Der Transport für die Stiegelschwand-Schüler ins Dorf sei organisiert und man gehe davon aus, dass diese am Montag zur Schule gehen würden. «Wir lassen uns aber überraschen.» Sarah McGrath-Fogal/hsf >

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