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Entschärfung des Müllproblems

Müllberge stechen einem am Montag in der Solothurner Altstadt oft ins Auge. Für viele schon seit Langem ein Ärgernis. Jetzt will die Stadt zusätzliche Container anschaffen. Ein Konzept, das sich in anderen Städten bewährt hat.

«Es gibt einfach Leute, die unverbesserlich sind», sagt Peter Jeker, stellvertretender Chef des Solothurner Werkhofs. Er meint damit jene, die ihren Abfall in der Stadt immer noch am Montag Abend – manche sogar schon am Nachmittag – auf die Strasse stellen. Stefan Blaser, Präsident des Gewerbevereins, hatte eine neue Idee, um das bekannte Ärgernis einer vermüllten Altstadt zu mindern: «Wir möchten, dass Container aufgestellt werden, in welchen die Ladenbesitzer und die Stadtbewohner ihre vollen Abfallsäcke bereits unter der Woche deponieren könnten.» Diese Container sollten idealerweise bei den bereits bestehenden Sammelstellen – zum Beispiel am Rötiquai oder beim Westbahnhof – zu stehen kommen, meint Blaser. «Ich sehe aber das Problem der Trittbrettfahrer», so der Gewerbler. Es stelle sich die Frage, wie man verhindern könne, dass am Schluss nicht einfach jeglicher Müll in diesen Containern lande.

Ab nächstem Jahr

Die Idee der Container ist bei der Stadt Solothurn auf offene Ohren gestossen. «Ich könnte mir vorstellen, dass Abfallcontainer eine Verbesserung des Problems bringen könnten», sagt Stadtschreiber Hansjörg Boll. Deshalb habe man von Seiten der Stadt entsprechende Abklärungen getroffen und nun auch einen Entscheid gefällt. Boll: «Wir wollen im nächsten Jahr zumindest einen, vielleicht sogar einen zweiten Abfallcontainer einrichten.» Bei der Stadt ist man sich des «Trittbrettfahrerproblems» ebenfalls bewusst, aber: «Unsere Abklärungen haben ergeben, dass dieses System in anderen Städten gut funktioniert.» Deshalb will auch die Stadt Solothurn zumindest in der ersten Phase auf spezielle Kontrollen verzichten. Wo genau die Container zu stehen kommen, ist noch nicht klar. Boll könnte sich zum Beispiel auch beim Muttiturm einen Standort vorstellen.

Leichte Verbesserung

Schon seit Jahren sind die Müllberge, die sich oft schon am Montagabend in der Stadt türmen ein Ärgernis. Seit Jahren wird auch versucht, dagegen vorzugehen. So haben zum Beispiel Stadtvereinigung und Gewerbeverein ihre Mitglieder schriftlich auf das Problem aufmerksam gemacht und Inserate im Anzeiger geschaltet. Zudem wird der Müll seit zwei Jahren in der Altstadt morgens zwei Stunden später abtransportiert, damit die Leute mehr Zeit haben, den Abfall auf die Strasse zu stellen. «Ich laufe jeweils mit kritischem Blick durch die Stadt», sagt Stefan Blaser. «Ich finde, dass sich die Lage eher verbessert hat.» Ähnlich äussert sich auch Christoph Lengwiler: «Die Lage hat sich verbessert, das Problem ist aber nicht gelöst.» Eine Handhabung, um gegen die Müllsünder vorzugehen, gibt es praktisch nicht. Erst im Wiederholungsfall und nachdem zweimal schriftlich darauf aufmerksam gemacht wurde, kann eine Strafanzeige erfolgen. Das geschieht vielleicht alle fünf Jahre einmal. Dann stellt sich auch die Frage, ob und wie dem Fehlbaren böser Wille nachgewiesen werden kann.

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