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«Wir sind Käsefanatiker»

Noch mehr Käse und mehr Gastronomie: Mit diesem Ziel wollen Denis und Petra Lemut den Dorfladen Zielebach in die Zukunft führen. Mit dem Start sind sie schon mal zufrieden.

Denis Lemut hat es das beliebte Milcherzeugnis angetan. Über 70 Sorten bietet er in der ehemaligen Käserei an. Foto: Beat Mathys
Denis Lemut hat es das beliebte Milcherzeugnis angetan. Über 70 Sorten bietet er in der ehemaligen Käserei an. Foto: Beat Mathys

Darf man es schon ein Happy End nennen, oder ist das dann doch etwas übertrieben? Das kommt wohl auf die Sichtweise an. Für das kleine Zielebach ist es jedenfalls eine positive Meldung: Der Dorfladen existiert auch weiterhin. Anfang Jahr kündigte Nedime Schönberg, die den Laden jahrelang mit ihrem Mann geführt hatte, nämlich ihren Abschied an. Sie zogen sich aus Alters- und gesundheitlichen Gründen zurück.

Ob es weitergehen würde, war unklar. Doch dann kam erstaunlich schnell eine Lösung zustande. Denis und Petra Lemut haben bereits im April den Laden in der einstigen Käserei übernommen. Und weil Käse ihre Leidenschaft ist und im Haus einst solcher hergestellt worden war, nennen sie ihr Geschäft jetzt «s’Chäsi-Beizli».

Nicht viel teurer

Denis und Petra Lemut haben zuletzt beide im sozialen Bereich gearbeitet, bringen aber Erfahrung aus der Lebensmittelbranche mit. Er sei gelernter Koch und sei lange in der Gastronomie tätig gewesen, erklärt Denis Lemut. Sie ist ausgebildete Confiseurin. Im Seeland, wo die beiden derzeit noch leben, hätten sie selbst Käse gemacht und verkauft.

Sie wollen bald in die Nähe von Zielebach zügeln, damit sie einen kürzeren Arbeitsweg haben. Denn ihre Präsenzzeiten im Laden sind lang. Von Dienstag bis Freitag haben sie durchgehend von 8 bis 19 Uhr geöffnet, am Samstag bis 17 Uhr. Das sei aber überhaupt kein Problem, sagt er. «Wir kommen aus der Gastronomie und sind uns das gewohnt.»

Schon unter ihren Vorgängern spielte Käse im Laden eine wichtige Rolle. Nun nimmt das urschweizerische Milchprodukt eine noch wichtigere Stellung ein: «Wir sind Käsefanantiker und wollen das auch ausleben und entsprechend professionell betreiben.»

Sie wollen spezielle Sorten anbieten, «die wir direkt bei den Herstellern beziehen und nicht im Grosshandel kaufen». Dass sie damit preislich deutlich über den Grossverteilern liegen, glaubt Denis Lemut nicht: «Wir sind etwas teurer, aber die Unterschiede sind minim.»

Zudem ist er überzeugt, dass sich ihr Konzept auszahlt: «Wir können auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und sie immer persönlich beraten. Da wir unsere Lieferanten kennen, können wir auch aus erster Hand über die Produkte berichten.» Sie selber würden das beim Einkaufen ebenfalls schätzen, so Denis Lemut.

Im Sortiment gibt es zudem mehr Gemüse als früher sowie frische Patisserie, die Petra Lemut selbst zubereitet. Zudem bieten die neuen Betreiber des Dorfladens ein Mittagsmenü an. Und schliesslich machen sie auch Catering.

Umgestaltet und renoviert

Das Paar hat also viel vor. Dafür haben die beiden auch viel investiert: Sie haben die Käsetheke erneuert, Gaststube und Toilette umgestaltet und die Küche renoviert. Wie viel sie in die «Auffrischung» des Ladenlokals gesteckt haben, will Denis Lemut nicht sagen. Der Aufwand habe sich aber gelohnt.

«Wir haben neben unserer Stammkundschaft aus dem Dorf bereits einige Neukunden aus umliegenden Gemeinden.» Zum Beispiel komme mittlerweile regelmässig ein Kunde aus Burgdorf, um bei ihnen Käse zu kaufen. Sie hätten vom Fundament ihrer Vorgänger profitieren können, wollten aber auch eigene Akzente setzen und noch etwas professioneller werden, erklärt er.

Offenbar haben sich der 38-Jährige und die 27-Jährige in Zielebach gut eingelebt. Denn Mitte Juni werden sie sich schon am Dorffest beteiligen und dafür Käseplatten herrichten. Allerdings könnten sie das Fest nicht bis zum Ende geniessen, denn am Abend seien sie bereits wieder für ein Catering gebucht, sagt er. Langweilig wird es dem Paar in nächster Zeit kaum. Vielleicht kann man es also wirklich ein Happy End nennen.

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