Langnau

Wie Hühner auf die Lärche kamen

LangnauWanderern springen sie ins Auge, die Hühner an der Ilfis. Allerdings nur im übertragenen Sinn, denn sie sind aus Holz und halten schön still.

Einst vom Blitz getroffen, wird der Rest dieser Lärche nun von Geflügel bewohnt.

Einst vom Blitz getroffen, wird der Rest dieser Lärche nun von Geflügel bewohnt. Bild: Marcel Bieri

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Zuerst war da ein Adler. Er thront seit rund sieben Jahren auf einem Baumstrunk am Rand der Ilfis. Wanderern, Joggern, Hunden und was da sonst noch zwischen Emmenmatt und Langnau unterwegs ist, schaut er reglos zu. Vor zwei Jahren gesellte sich weiteres überdimensioniertes Gefieder dazu: Auf dem Rest einer hoch über dem Boden abgesägten Tanne platzierte der Holzskulpteur Heinz Hofer ein Storchenpaar.

Anders als den Adler beliess er dieses nicht in rohem Holz, sondern versah sein Werk mit Farbe. Die Störche fallen sowieso aus der Reihe. Hofer hat sie zu Hause, in seiner Werkstatt am Ilfisschachen, aus dem Holz gesägt und als fertiges Objekt auf den Strunk platziert.

Zwei Tage für drei Hühner

Normalerweise lässt er die Motorsäge aber unmittelbar am Baum aufheulen. So wie er es diesen Frühling tat, als er auf einer Lärche eine Hühnerfamilie entstehen liess. Erst habe er ein Gerüst aufstellen müssen, erzählt Hofer.

Zwei Tage lang habe er dann am viel begangenen Wanderweg gearbeitet. Entstanden ist eine Skulptur, die nun dafür sorgt, dass man immer wieder Leute beobachten kann, die erstaunt stehen bleiben und das Bild mit ihren Handys fotografisch festhalten.

Der Baum war angeschlagen

Doch wie kommt Heinz Hofer dazu, stolze Bäume zu bearbeiten, um seine Gestaltungsfreude auszuleben? Die Lärche sei vor drei Jahren von einem Blitz getroffen worden, erklärt der Langnauer. Der Baum gehöre jenem Landwirt in der Ey, der Hühner halte und Eier verkaufe. Deshalb habe er sich diesmal für Hühner entschieden.

In der ganzen Schweiz

Nur die Schnäbel habe er leicht nachgeschliffen. Alles andere erledigte Hofer mit der Motorsäge. Was er vor 20 Jahren für sich als Hobby entdeckte, wurde für den gelernten Schreiner inzwischen zum Beruf. Fast in der ganzen Schweiz sei er heute unterwegs, um aus Baumstrünken Skulpturen herauszusägen.

Wäre der Mann mit der Motorsäge nicht so gefragt, stünden an der Ilfis, weiter Richtung Emmenmatt, wohl noch mehr hölzerne Tierfiguren, die den Wanderern nachschauen. Doch die zwei Bäume, die dafür vorgesehen waren, seien jetzt zu alt, sagt Hofer. Er sei einfach nicht dazu gekommen, aus diesen Strünken etwas zu machen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 17:42 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Bernerzeitung.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Blogs

Mamablog Als Mutter im Einsatz für das Rote Kreuz?

Von Kopf bis Fuss Wenn sich der Körper selber bekämpft

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitag um 16 Uhr Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Berg ahoi! Ein neun Meter hoher Leuchtturm wird in Bad Ragaz ...
(Bild: Gian Ehrenzeller) Mehr...