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Widerwilliges Ja zur Gefahrenkarte

Das Parlament hätte dem Kanton gern getrotzt. Aber am Schluss sagte es Ja zur Integration der Gefahrenkarte in die baurechtliche Grundordnung.

Wie sehr die Ilfis wüten kann, bewies sie vergangenes Jahr im Mai. Die Gefahrenkarte zeigt auf, welche Gebiete gefährdet wären, wenn der Fluss einmal das Bachbett verlassen sollte.
Wie sehr die Ilfis wüten kann, bewies sie vergangenes Jahr im Mai. Die Gefahrenkarte zeigt auf, welche Gebiete gefährdet wären, wenn der Fluss einmal das Bachbett verlassen sollte.
Hans Wüthrich

Schon in der ersten Lesung tat sich das Parlament schwer mit der Forderung des Kantons, dass die Gefahrenkarte in den Zonenplan der Gemeinde Langnau integriert werden solle. Als die zweite Lesung anstand, wollte Peter Lehmann (BDP) gar nicht mehr auf das Geschäft eintreten.

Es widerspreche seinem Verständnis von Demokratie, dass der Rat zustimmen solle, ohne ­genau zu wissen, welche Konsequenzen es für die Eigentümer habe, wenn sich ihre Liegenschaften in einer Gefahrenzone befänden. Mit 25 Nein- zu 8 Ja-Stimmen bei 2 Enthaltungen lehnte das Parlament seinen Nichteintretensantrag ­jedoch ab.

Gegen Fehlinvestitionen

«Die Umsetzung reduziert Risiken und Schäden, gibt Planungssicherheit und minimiert Fehl­investitionen», sagte der für die Planung zuständige Gemeinderat Bernhard Gerber (SVP). «Deshalb ist die Integration so wichtig.» Obwohl die Intensität der Hochwasser seit Erstellen der letzten Gefahrenkarte im Jahr 2001 zugenommen habe, hätten keine Aus- und Umzonungen vorgenommen werden müssen, stellte er fest. Aber in Gebieten mit erheblicher oder mittlerer Gefährdung müsse aufgezeigt werden, wie die Objekte vor Hochwasser geschützt werden könnten.

Am Bahnhof etwa müssten die Lichtschächte abgedeckt werden, damit das Wasser der übergehenden Ilfis nicht in den Keller eindringen könne. Gerber nannte dieses Beispiel, um aufzeigen zu können, was unter «verhältnismässigem Objektschutz» zu verstehen sei.

Daneben kommen «Kollektivmassnahmen» auf die Gemeinde zu. Gemeint sind Eingriffe an der Ilfis. Die «kritischen Punkte» ­liegen laut Gemeinderat Walter Sutter (SVP) im Bereich Inseli und bei der ARA. «Die Unterlagen skizzieren finanzielle Auswirkungen, die gewaltig sein werden», stellte Renato Giacometti (SP) fest. «Mangels Alternativen» stimme seine Partei dem Geschäft zu.

Die anderen Parteisprecher äusserten sich ähnlich. In der BDP tat man sich schwer: Hansueli Hofmann übte Kritik «am hier ablaufenden Prozess». Wenn der Kanton schon vorschreibe, dass die Karte in den Zonenplan integriert werde, «soll er das auch beschliessen». So aber stehe der Rat vor einer Abstimmung, in der er nur Ja sagen dürfe.

Zwei Parlamentarier sagten dann trotzdem Nein zur Integration der Gefahrenkarte in die baurechtliche Grundordnung. Doch 27 stimmten zu und 6 enthielten sich.

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