Weit weg von der schwarzen Null

Langnau

Bis zum Jahr 2024 werden sich in Langnau Aufwandüberschüsse anhäufen, die insgesamt mehr als vier Millionen betragen werden. Aber das Parlament stimmte dem Budget einstimmig zu.

Der Gemeinderat lässt prüfen, ob zum Beispiel die Badi Langnau Investitionen nötig hat.

Der Gemeinderat lässt prüfen, ob zum Beispiel die Badi Langnau Investitionen nötig hat.

(Bild: Archivbild: Hans Wüthrich)

Susanne Graf

Im Budget für das Jahr 2019 hatte der Langnauer Gemeinderat mit einem Minus von rund einer halben Million Franken gerechnet. Doch inzwischen zeigt sich, dass die Gemeinde bis Ende dieses Jahres wohl sogar 1,2 Millionen Franken mehr ausgeben als einnehmen wird.

Denn die Steuerprognosen und die Leistungen aus dem Finanzausgleich wurden den «aktuellen Erkenntnissen angepasst», wie in den Unterlagen für den Grossen Gemeinderat steht.

Der Negativtrend setzt sich im Jahr 2020 fort: Der Gemeinderat budgetiert erneut ein Minus, diesmal in der Höhe von 0,8 Millionen Franken. Er begründet dies etwa mit höherem Personalaufwand oder tieferen Erträgen aus dem Finanzausgleich.

Kommt hinzu, dass man in Langnau damit rechnet, dass die Steuererträge in den nächsten Jahren weniger üppig fliessen werden als in jüngster Vergangenheit.

Genügend Reserven

Gemäss dem Finanzplan für die Zeit von 2020 bis 2024 werden sich Langnaus Aufwandüberschüsse auf insgesamt 4,1 Millionen Franken kumulieren. Es sei schwierig, das strukturelle Defizit der Gemeinde so zu beeinflussen, dass eine schwarze Null resultiere, sagte Finanzvorsteher Johann Sommer (FDP) im Parlament.

Aber nach Abzug der erwarteten Defizite bleibe immer noch ein Eigenkapital «auf vertretbarem Niveau». Was dem Gemeinderat mehr Sorgen macht, ist das verzinsliche Fremdkapital, das sich erhöhen wird. Das wird den Aufwand weiter anschwellen lassen, vor allem, wenn die aktuell tiefen Zinsen steigen.

Hohe Investitionen

Trotzdem rechnet der Gemeinderat, dass Langnau bis 2024 gegen 30 Millionen Franken investieren wird. Im Durchschnitt will er pro Jahr Vorhaben von 5,9 Millionen Franken realisieren. Jährlich 4 Millionen Franken könne die Gemeinde aus selbst erwirtschafteten Mitteln finanzieren, was darüber liege, erfordere neues Fremdkapital, sagte Johann Sommer.

«Wir müssen Prioritäten setzen und vor neuen Investitionen die Fakten kennen, damit wir die beste Wirkung erzielen und sich die Gemeinde Langnau entwickeln kann.»Gemeinderat Johann Sommer (FDP)

Und er wies darauf hin, dass der Gemeinderat aktuell Zustandserhebungen durchführen lasse bei verschiedenen Liegenschaften, Strassen, Gewässerverbauungen und auch beim Hallen- und Freibad. Deshalb betonte Sommer: «Wir müssen Prioritäten setzen und vor neuen Investitionen die Fakten kennen, damit wir die beste Wirkung erzielen und sich die Gemeinde Langnau entwickeln kann.»

Das Parlament genehmigte das Budget ebenso einstimmig, wie es den Finanzplan und das Investitionsprogramm zur Kenntnis nahm. Auch der Stellenplan führte nicht zu Diskussionen und wurde genehmigt.

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