Weil das Bori wieder öffnet, ist der Bären zu

Signau

Am Samstag war im Gasthof Schlossberg Eröffnungsapéro. Das ist schön für die Bowiler, aber schlecht für die Signauer: Die Wirtsleute sind vom Bären umgezogen.

«Restaurant geschlossen – nur Hotel offen», steht auf dem Schild vor der Eingangstüre. Die Pächter haben den Bären nach knapp fünf Jahren wieder verlassen.

«Restaurant geschlossen – nur Hotel offen», steht auf dem Schild vor der Eingangstüre. Die Pächter haben den Bären nach knapp fünf Jahren wieder verlassen.

(Bild: Daniel Fuchs)

Susanne Graf

Kein Restaurant ist so stark mit der Tradition der Gemeinde Signau verbunden, wie der Bären. Der altehrwürdige Gasthof bildete die Kulisse, in der der Mundartdichter Karl Grunder sein Stück «Bärewirts Töchterli» angesiedelt hat. Bis 1998 wurde das historische Dialektstück regelmässig am Originalschauplatz aufgeführt.Doch Bärewirts Töchterli ist längst ausgezogen.

Das Gleiche machten nun auch die Wirtsleute, die den Gasthof vor noch nicht ganz fünf Jahren als Pächter übernommen haben. Nach einer Zeit relativ häufiger Wirtewechsel hatten Daria de Marchi und Maurice Mergen wieder etwas Ruhe in den Bären gebracht und sich mit ihrer Küche bei den Einheimischen einen guten Namen erarbeitet. Aber am letzten Signauer Märit, am 31. März, hatte das Paar zum letzten Mal geöffnet. Seither ist das Restaurant zu. Und es wird es vorderhand auch bleiben.

Etwas Eigenes gesucht

Denn Daria de Marchi und Maurice Mergen luden am Samstag im Gasthof Schlossberg zum Eröffnungsapéro ein. Das Wirtepaar hat sich mit dem Kauf des als Bori bekannten Lokals den lang gehegten Wunsch nach etwas Eigenem erfüllt.

In den letzten Monaten hätten sie diesen «etwas erfrischt», wie die Wirtin sagt. Früher als zu erwarten war, machten sie den Betrieb, der zwar auf Bowiler Boden, aber unmittelbar vor den Toren Signaus steht, wieder auf. Seit zwei Jahren ist er zu. Jetzt wollen De Marchi und Mergen dort erreichen, was sie in Signau geschafft hatten: eine Traditionsbeiz wieder auf Vordermann bringen.

Derweil bleibt im Bären bloss der Hotelbetrieb mit den vier Zimmern offen. Und auch das nur bis Ende Juli. Denn dann läuft der Fünfjahresvertrag aus, mit dem das Paar an den Bären gebunden ist.

Die Zukunft ist offen

Was danach kommt, ist offen. Gekauft wurde der Bären 2008 von Peter Bigler, der in Toffen wohnte und in Bern eine Zimmerei und Schreinerei besass. Vor zwei Jahren ist er verstorben. Sein Sohn war für diese Zeitung nicht zu ­erreichen. Auch Gemeinderat Al-fred Hofstetter weiss nicht, wie es mit dem Restaurant weitergeht. «Wir sind stark daran interessiert, dass sich wieder ein Pächter findet», sagt er, «schon allein wegen der Tradition um ‹Bärewirts Töchterli›.»

«Ich hoffe, dass der Start für die Nächsten etwas einfacher wird als damals für uns», sagt Daria de Marchi. Aber je länger der Bären zubleibe, umso schwieriger werde es.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt