Und die Rechnung erfreut sie immer noch

Langnau

Die Gemeinde Langnau hat zwar mehr Schulden, aber das sei erklärbar. Am Montag traten die Verantwortlichen vor die Medien und erläuterten das Jahresergebnis 2018.

Gut 24 Millionen Franken nahm die Gemeinde 2018 an Steuern ein.

Gut 24 Millionen Franken nahm die Gemeinde 2018 an Steuern ein.

(Bild: Hans Wüthrich)

Kurz und bündig präsentierte die Gemeinde Langnau die Jahresrechnung 2018. Den ersten Schritt machte Gemeindepräsident Walter Sutter (SVP): «Wir dürfen eine erfreuliche Rechnung präsentieren, doch zu viel möchte ich gar nicht sagen. Immerhin sitzen zwei ausgewiesene Fachleute in Sachen Zahlen neben mir.» Gemeint waren Finanzvorsteher Johann Sommer (FDP) und Finanzverwalter Hans-Rudolf Hess. Ersterer ergriff das Wort und bestätigte, wie erfreulich sich der Abschluss der Jahresrechnung präsentiere.

Wenngleich: Im Herbst 2017 wurde durchaus konservativ budgetiert. Die Verantwortlichen gingen davon aus, mit einer Null abzuschliessen – was gelang. Der Ertragsüberschuss, den die Gemeinde im allgemeinen Haushalt verzeichnen konnte, musste vollständig in finanzpolitischen Reserven angelegt werden. Dies ist zwingend, wenn die Investitionen höher sind als die Abschreibungen. Dabei handle es sich um einen Sonderfall. Sommer erklärte: «Im Kanton Bern müssen mehr Reserven angelegt werden als in anderen Kantonen.»

«Das ist viel, schon fast unanständig viel.»Finanzvorsteher Johann Sommer (FDP) über das Langnauer Eigenkapital

Da die Reserven zum Eigenkapital der Gemeinde gehören, wuchs dieses auf rund 14 Millionen Franken an. Das sei viel, sagte Sommer, fast schon unanständig viel. Eine Steuersenkung gibt es aber trotzdem nicht. Die voraussichtlichen Investitionen würden das derzeit nicht zulassen, waren sich die drei Gemeindevertreter einig. So stünden in Zukunft wohl unter anderem Ausgaben für Gewässer, Abwasser und die Oberfeldsporthalle an.

Die Oberfeldsporthalle – sie wurde noch öfter angesprochen an diesem Montagnachmittag. Zum Beispiel, als es um die Schulden ging. So gehe der Anstieg der Schulden grösstenteils auf das Sporthallenprojekt zurück. Innerhalb eines Jahres ist die effektive Verschuldung um 4 Millionen auf deren 5,5 gestiegen. Bei den knapp 10000 Einwohnern ergibt das eine Pro-Kopf-Verschuldung von 544 Franken. Klar gebe es schuldenfreie Gemeinden, sagte Sommer, jedoch sei der gegenwärtige Stand nicht als hoch zu bewerten und bewege sich im erwarteten Rahmen.

Auch bei den Steuereinnahmen budgetierte die Gemeinde vorsichtig und schliesslich auch erfolgreich: Gut 24 Millionen kamen an Steuern zusammen – 2 Millionen mehr als prophezeit. Wenn auch insgesamt eine Millionen weniger als 2017. «Damals waren die Steuern juristischer Personen – sprich Unternehmen – überdurchschnittlich hoch», so Sommer. Dies sei einerseits dem Zufall geschuldet gewesen, und andererseits habe es eine gute Konjunkturlage gegeben.

Am Montagabend präsentierte das Dreierteam den Rechnungsabschluss noch den Parteien. In den letzten Jahren ein nicht allzu gut besuchter Anlass. Auch an der Medieninformation war übrigens nur ein Journalist anwesend.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt