Schon wieder wechselt die Leitung

Lützelflüh

Aus dem Trio wurde ein Duo, nun haben auch die beiden Schulleiterinnen in Lützelflüh auf Ende Schuljahr gekündigt: wegen der hohen Pensen.

Wieder eine Kündigungswelle in der Gesamtschulleitung in Lützelflüh (Symbolbild).

Wieder eine Kündigungswelle in der Gesamtschulleitung in Lützelflüh (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Chantal Desbiolles

Die Liste derer, die in Lützelflüh die Gesamtschulleitung innehatten, ist lang. Immer wieder wechselten die Inhaber dieser zentralen Leitungsstelle, seit sie vor 13 Jahren sechs Schulen vorgesetzt wurde. Diese Zusammenführung war intern von Beginn an umstritten; die Lehrerschaft führte gar Beschwerde, weil sie sich übergangen fühlte.

Drei Frauen

Es sollte nur der Auftakt zu einigen unrühmlichen Kapiteln in der neueren Lützelflüher Schulgeschichte sein. Zuletzt ruhte die Hoffnung auf drei Frauen, die als Leitungsteam nach turbulenten Jahren wieder Ruhe in den Betrieb bringen sollten: Rebekka Ammann als geschäftsführende Schulleiterin, als Stellvertreterinnen Gabriella Huber und Therese Spreng.

Doch noch während der Probezeit stieg Spreng aus. Sie sei über einen Konflikt gestolpert, begründete sie ihren Entscheid. Zurück blieb ein Duo, das ab Januar letzten Jahres um Rolf Zimmermann erweitert werden sollte. Doch auch er verliess Lützelflüh wie seine Vorgängerin noch während der Probezeit wieder. Und nun haben auch Ammann und Huber auf Ende Schuljahr ihre Kündigung eingereicht: Das teilen Gemeinderat und Schulkommission mit.

Sie verkünden«mit grosser Freude», den neuen Gesamtleiter der Schuleaus sechs Bewerbern erkoren zu haben: Christoph Scheidegger aus Gwatt. Er unterrichtete während 16 Jahren in der Oberstufe in Thun und war Klassenlehrer, Internatsleiter und administrativer Leiter der Stiftung Jugendheim Sternen. Bis zu seiner Anstellung in Lützelflüh arbeitet Scheidegger als Direktor der Salome-Brunner-Stiftung, Wabern.Die Schulkommission sei zuversichtlich gewesen, die zweite Stelle der stellvertretenden Schulleiterin im Umfang von 30 bis 40 Prozent mit einer der bisherigen Schulleiterinnen zu besetzen. Das hat aber offenbar nicht gefruchtet, daher soll diese ausgeschrieben werden

Hohe Pensen

Diesmal seien keine Nebengeräusche im Spiel, versichern Gemeindeverwalter Ruedi Berger und Fritz Peyer (EVP), der seit Anfang Jahr als Gemeinderat das Ressort Bildung innehat. Vielmehr hätten die hohen Pensen den Ausschlag gegeben, denn beide Leitungsfrauen hatten sich auf eine Stelle zwischen 40 und 50 Prozent beworben, als Duo dann aber je auf über 60 Prozent erhöht.Nach zwei Kündigungen in der Probezeit sei es schliesslich kein Thema mehr gewesen, wieder ein Trio anzustreben, so Berger.

«Diesmal sind keine Nebengeräusche im Spiel.»Ruedi Berger Gemeindeverwalter

«Die Situation in der Schule hat sich auf jeden Fall verbessert», sagt Berger. Peyer hat «einen sehr guten Eindruck» gewonnen und ist überzeugt, dass man «auf gutem Weg» sei.

Noch immer hängig ist eine Beschwerde im Zusammenhang mit einer früheren Schulleiterin. Sie steht aber offenbar kurz vor dem Abschluss. Inhaltlich ist dazu nichts bekannt. An die Öffentlichkeit drang nur, dass sie es unterlassen hatte, pädagogische Konzepte im Bereich Informatik und Medien umzusetzen. Von Machtkämpfen und Kleinkriegen zwischen ihr und der Schulkommission berichteten Mitarbeitende. «Es braucht Zeit», stellt Peyer fest.Die beiden aktuellen Schulleiterinnen hätten viel aufgearbeitet, sagt Gemeindeverwalter Ruedi Berger. Und Peyer, dass sie ihrem Nachfolger eine gute Ausgangslage hinterlassen.

Berner Zeitung

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