Ohne sie geht es nicht

Kirchberg

Während vorne in der Halle in Kirchberg der SV Wiler-Ersigen und Floorball Köniz ihr Unihockey-Spiel austragen, arbeiten im Hintergrund die Helferinnen und Helfer. Ein Augenschein bei Vater und Sohn Lüthi in der Festwirtschaft.

Hot Dogs verkaufen ist das Eine, alles für die Beiz vorbereiten das Andere. Daniel und Thomas Lüthi (rechts) sind für Beides zuständig. Foto: Iris Andermatt

Hot Dogs verkaufen ist das Eine, alles für die Beiz vorbereiten das Andere. Daniel und Thomas Lüthi (rechts) sind für Beides zuständig. Foto: Iris Andermatt

Der vollgepackte Getränkeanhänger ist am passenden Ort abgestellt. Die Kühlschränke aufgefüllt, Hotdoggerät und Wurstgrill installiert. Es ist Samstag, 16 Uhr. Rund eine Stunde bleibt in der Sporthalle Grossmatt in Kirchberg noch bis zum Anpfiff des Unihockey-Playoff-Halbfinals zwischen dem SV Wiler-Ersigen und Floorball Köniz.

Das Zusammentreffen könnte das letzte sein in dieser Serie. Bei einem Sieg zieht das Heimteam am 27. April in den Swiss Unihockey Superfinal in der Arena Kloten ein. Hinter den Kulissen sind Daniel und Thomas Lüthi schon vor Spielbeginn zufrieden. «Alles ist bereit», sagt Thomas Lüthi.

Der 57-jährige Verkaufsberater aus Aefligen gilt als Urgestein im SV Wiler-Ersigen. Er war vor 35 Jahren nicht nur Gründungspräsident, sondern im Verein auch aktiver Spieler in der obersten Liga, Trainer, Präsident, Sportchef und jetzt ist er eben Helfer bei Anlässen. Dabei unterstützt er seinen Sohn Daniel Lüthi (25).

Der Treuhandfachmann aus Kirchberg ist seit Kindsbeinen Vereinsmitglied, gemeinsam mit dem Vater, Spieler in der zweiten und dritten Mannschaft und an Vereinsanlässen für die Festwirtschaft zuständig.

Früh auf den Beinen

Seit 7.30 Uhr in der Früh sind die Beiden und weitere Mitstreiter auf den Beinen. «Wegen der Liveübertragung im Fernsehen mussten wir ein spezielles Spielfeld und eine passende Werbetafel aufbauen», erläutert Daniel Lüthi. Zudem galt es die Fernsehcrew zu unterstützen.

«Das alles bedeutet für uns schon etwas Mehrarbeit», so der Festwirtschaftsverantwortliche. Und dann war auch noch ein vorgängiges Juniorenfinalspiel zu unterstützen. Sein Vater fügt gleich an: «Diese Arbeit erledigen wir gerne, weil wir auf ein eingespieltes Team zählen dürfen.»

«Diese Arbeit erledigen wir gerne, weil wir auf ein eingespieltes Team zählen dürfen.»Thomas Lüthi Vereinsmitglied der ersten Stunde und Helfer in der Festwirtschaft

So sei es für den Verein jeweils kein Problem, die für ein Heimspiel nötigen 50 bis 60 Helferinnen und Helfer zu mobilisieren. «Wir sind breit abgestützt, und es macht Spass, die Mannschaft hinter den Kulissen zu unterstützen», betont Thomas Lüthi. Zumal der SV Wiler-Ersigen über 400 Mitglieder zähle.

Dennoch: Die Vorbereitungen für einen Playoff-Halbfinal nehmen einiges an Zeit in Anspruch. «Vorab gilt es die Bestellungen zusammenzustellen», erklärt Daniel Lüthi, und dabei ungefähr abzuschätzen, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer den Weg in die Sporthalle finden werden. «Wir rechnen etwa mit 800 Fans», sagt Lüthi junior.

Vom Sport infiziert

Während Lüthi senior am Hotdoggerät die ersten Wienerli im Brötli über die Theke reicht –rund 250 Stück werden es an diesem Tag sein –, machen sich die Spieler unten auf dem Feld bereit. Die Sporthalle in ist mit 927 Fans mehr als gut gefüllt, und nicht nur die beiden Sportfans namens Lüthi beginnen zu fiebern.

«Wir sind vom Unihockey und vom Sport allgemein infiziert, ich mag heute keine Prognose abgeben», sagt Thomas Lüthi. Das Spiel läuft vorerst für den Heimclub. Als die Grün-Weissen nach dem zweiten Drittel 5:0 in Front liegen, hat der Gründungpräsident und Helfer ein breites Lachen im Gesicht.

Von Champagner kühl stellen will er indes nichts wissen. «Es kann noch viel passieren.» Recht hat das Unihockey-Urgestein: Der SV Wiler-Ersigen kommt ins Zittern und muss nach dem Ausgleichstreffer zum 5:5 in die Verlängerung.

Selbstbedienung

Wer jetzt Durst und Hunger hat, muss sich jetzt allenfalls selbst bedienen. Das Hotdoggerät bleibt verwaist. Vater und Sohn hält nichts mehr hinter der Theke. Das Spiel ist wichtiger als alle Wurst und alles Brot. Als den Einheimischen in der vierten Minute der Verlängerung der Siegtreffer gelingt, bebt die Halle, Fans und Helfer liegen sich in den Armen.

«Die Erleichterung ist riesig, so etwas habe ich noch nie erlebt», sagt Thomas Lüthi, als er den Würstlikocher wieder in Gang setzt und Fans und Helfer den Finaleinzug noch etwas feiern. «Dort ist alles offen, entscheiden wird die Tagesform», ist Daniel Lüthi überzeugt. Um 21 Uhr ist der Helfereinsatz zu Ende. Der Gegner im Final ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

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