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Nun geht es plötzlich schnell

Noch bezieht die Gemeinde ihr Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Farbschachen. Doch bereits im nächsten Jahr soll das Wasser von Rüegsau her ins Gotthelfdorf fliessen.

Lützelflüh ist schon bald nicht mehr allein auf Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Farbschachen (Bild) ange­wiesen.
Lützelflüh ist schon bald nicht mehr allein auf Wasser aus dem Grundwasserpumpwerk Farbschachen (Bild) ange­wiesen.
Marcel Bieri

Wasser zum Duschen, Zähneputzen oder Kochen: Der tägliche Verbrauch der Gemeinde Lützelflüh liegt bei ungefähr 510'000 Litern. Und diese Menge wird aus dem Grundwasserpumpwerk Farbschachen in Ramsei gefördert. Dass die Tage des Pumpwerkes gezählt sind, ist seit langem bekannt. Und dass der Gemeinderat intensiv nach neuen Wasserbezugsorten sucht, ist ebenfalls nicht neu.

Noch im letzten Dezember ging der Gemeinderat davon aus, dass er ein Gesamtprojekt vorlegen kann, über das die Bürger an der Urne abstimmen können. Doch jetzt gab es eine Planänderung. An der Gemeindeversammlung vom kommenden Montag wird Gemeindepräsident Andreas Meister den Anwesenden eine «abgespeckte Version», wie er selbst sagt, präsentieren. Doch der Reihe nach.

Kanton drängt auf Lösung

Vor rund 20 Jahren erkannte das Amt für Wasser und Abfall (AWA) dass die gesetzlich vorgeschriebene Schutzzone des Grundwasserpumpwerks Farbschachen wegen der nahen, stark befahrenen Kantonsstrasse, der Gewerbebetriebe und der Wohngebiete nicht eingehalten werden kann.

Und obwohl die Konzession noch bis 2030 läuft, drängt das AWA seit der Feststellung auf eine Lösung. «Wir müssen einerseits die Grundversorgung für den täglichen Bedarf sicherstellen und ­andererseits die Versorgungssicherheit», erklärt Gemeindeverwalter Ruedi Berger. Mit anderen Worten: Es braucht zwei verschiedene Wasserbezugsorte.

Quelle versiegt zeitweise

Meister räumt an dieser Stelle ein, dass in der Vergangenheit das Geschäft nicht prioritär behandelt worden war. Dann, im Jahr 2013, habe der Gemeinderat beschlossen, das Projekt voranzutreiben. Man nahm Verhandlungen mit Sumiswald und Rüegsau auf.

Die Gemeinde Sumiswald bezieht ihr Wasser aus der Schwandbachquelle und dem Grundwasserpumpwerk Weiersmatt. «Doch es zeigte sich, dass mit dem Zusammenschluss allein mit Sumiswald die Versorgung von Lützelflüh nicht lückenlos gelöst werden könnte», so Meister. Zumal die Schwandbach­quelle zeitweise versiege.

Aus diesem Grund wurde in einem ersten Schritt beschlossen, den Zusammenschluss mit der Wasserversorgungsgenossenschaft Rüegsau zu realisieren. Und dieser erste Schritt wird eben an der Gemeindeversammlung erläutert. Geplant ist, Wasser vom Pumpwerk Schlossberg nach Lützelflüh zu leiten.

Dafür ist die Verlegung einer einen Kilometer langen Leitung nötig. Die Kosten dafür betragen rund 400'000 Franken. Die Bewilligung des benötigten Kredits liegt in der Kompetenz des Gemeinderates und kommt daher an der Gemeindeversammlung nicht zur Abstimmung. Meister hofft, im nächsten Jahr mit dem Leitungsbau beginnen zu können.

Einmal muss man handeln

Danach muss jedoch auch noch die Versorgungssicherheit gere-gelt werden. Dafür bieten sich zwei Möglichkeiten an. Erneut werde man den Bezugsort Sumiswald überprüfen, sagt Ruedi Berger. «Zwar kann Sumiswald die Grundversorgung sowie zusätzlich die Versorgungssicherheit zusammen nicht gewährleisten, aber die Versorgungssicherheit allein wäre möglich.» Als zweite Option nennt Berger den Anschluss an die Vennersmühleleitung von Rüderswil.

Dass es nun nach so vielen Jahren rasch vorwärtsgeht, begründet Meister damit, dass man einmal an einem Punkt angelangt sei, «wo man handeln muss». Und Ruedi Berger fügt hinzu: «Wir sind froh, mit diesem Verfahren auch Kühnis zu helfen.» Denn die Kühni AG in Ramsei kaufte vor 2 Jahren gegenüber ihrem Standort an der Kantonsstrasse eine alte Gärtnerei mit dem Plan, dort ein dreigeschossiges Kompetenzzentrum für Holz zu erstellen.

Auf das damals publizierte generelle Baugesuch gingen keine Einsprachen ein. Einzig der Amtsbericht des AWA fiel negativ aus und blockiert seit gut einem Jahr das Bauvorhaben.

Auflagen sind erfüllt

Meister ist zuversichtlich, dass nun endlich auf dem Areal die Bagger auffahren können. Denn mit der geplanten Wasserleitung nach Rüegsau hat die Gemeinde die Auflagen des AWA erfüllt. Und der Ausnahmebewilligung zum Bauen in der Schutzzone sollte nichts mehr im Wege ­stehen.

Auf Anfrage bestätigt Ernst Kühni, dass seine Firma in absehbarer Zeit nun das Ausführungsprojekt einreichen werde. Dieses beinhalte beispielsweise, wie die Fassade des Neubaus dereinst aussehen soll. Dieses Gesuch liegt in der Kompetenz des Regierungsstatthalters und wird nicht mehr im Anzeiger publiziert.

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