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Auf der Lueg wird wieder getanzt

Mit lüpfiger Musik, beschwingten Tänzen und guten Wünschen wurde das Seminarhotel Lueg als Volksmusikzentrum eröffnet. Alt-Nationalrätin Ursula Haller stand hierfür Patin.

Mit Musik und Tanz wurde das Zentrum eröffnet.
Mit Musik und Tanz wurde das Zentrum eröffnet.
Enrique Muñoz Garcia
Trachten allenthalben: Angeregte Diskussionen bei Speis und Trank.
Trachten allenthalben: Angeregte Diskussionen bei Speis und Trank.
Enrique Muñoz Garcia
Die Besucher strömten auf die Lueg.
Die Besucher strömten auf die Lueg.
Enrique Muñoz Garcia
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Am Mittag sind die letzten Wolken verzogen, nichts trübt mehr die Aussicht auf der Lueg. Die vielen Frauen in bunten Trachten und Männer in samtenen oder wollenen Gilets machen auf den ersten Blick klar: Das Seminarzentrum in Heimiswil ist fest in den Händen der Freunde der Volksmusik.

Den Auftakt macht ein deftiges Buurezmorge im neu gestalteten Saal Heimatklang unter dem Dach, der bis auf den letzten Platz besetzt ist. Es erklingt das Wunschkonzert, das der Radiosender Tell live von seinem neuen Studio von der Lueg aus sendet. Das Ländlerquintett Berna-Grischa spielt auf, und die ersten Paare drehen flotte Runden auf dem Parkett.

Gut angelaufen

Gemütlicher geht es derweil noch auf der Terrasse zu. So hat Markus Müller Zeit, zu erklären, dass er skeptisch war. «Aber bereits nach einigen Wochen bin ich sehr zuversichtlich», sagt der Leiter des Schweizer Musikzentrums Lueg. Der Betrieb sei sehr gut angelaufen. Müller inszenierte die beiden letzten Musicalaufführungen auf der Lueg. Auch die bevorstehende Variétéschau «Winterzauber», die im November und Dezember auf dem Programm steht, wird unter seiner Leitung entstehen.

«Bei uns können alle auftreten. Sei es nun geplant oder spontan.»

Markus Müller, Leiter des Schweizer Musikzentrums Lueg

Vorerst soll auf der Lueg aber die ursprüngliche Volksmusik mit Jodel, Örgelimusik und anderen traditionellen Instrumenten im Zentrum stehen. «Bei uns können alle auftreten. Sei es nun geplant oder spontan», sagt Markus Müller. Das Gasthaus biete sich auch als Proberaum an. Nach den Sommerferien können Jugendliche hier volkstümliche Musikstunden besuchen. Die Lueg ist laut Müller auch offen für weniger traditionelle Volksmusikerinnen und -musiker wie Francine Jordi oder Leonard.

«Volksmusik boomt»

Dann betritt Ursula Haller die Terrasse. In Tracht, wie es sich für die Zentralpräsidentin des Verbands Schweizer Volksmusik gehört. Das Zentrum auf der Lueg sei nicht nur willkommen, weil es in einer touristisch interessanten Region liege, sondern vor allem, weil es den Nachwuchs speziell fördern wolle. «Volksmusik boomt, das müssen wir ausnutzen», sagt die Thunerin. Da stehe sie sehr gerne Patin. «Wenn ich als Gotti zusage, dann mache ich das von Beginn an und nicht erst, wenn ich weiss, ob sich das Kind so entwickelt, wie wir das hoffen.» Der Verband könne aber vor allem mit seinem Netzwerk dazu beitragen, dass das «Kind» Volksmusikzentrum Lueg gut wachse und gedeihe.

Peter Friedli, Präsident des Jodlerklubs Hasle-Rüegsau, sagt: «Das ist eine gute Sache.» Die Lueg sei zentral gelegen, habe Parkplätze und verschiedene Räume. In der Arena unter freiem Himmel singen und musizieren «wird sehr schön, wenn es denn schönes Wetter ist», sagt der Jodler.

Wieder überdacht

«Mich haben die Pfosten und Storen nicht gestört», sagt eine Besucherin, die nicht genannt werden möchte. Aber dass hier nun das Schweizerische Zentrum für Volksmusik daheim sei, «macht die Lueg noch schöner».

Der Besitzer des Seminarhotels und Initiator des Zentrums der Volksmusik, Jörg Moser, will nicht mehr über vergangene Zeiten reden. «Wir haben die Lueg aufgewertet und wollen für das Emmental etwas machen, das nachhaltig ist», betont er. Die Aussicht reiche nicht, deshalb werde von Oktober bis Dezember die Arena für die Aufführungen von «Winterzauber» wieder überdacht sein.

Silke und Peter Sperner sind seit einem Jahr die Gastgeber auf der Lueg. Für die beiden Deutschen gehört die Schweizer Volksmusik ebenso zu der Region wie der Emmentaler und andere Spezialitäten. Volksmusik allein reiche nicht, um erfolgreich zu sein. «Wir sind um jeden froh aus der Region, der uns unterstützt und auf die Lueg wenigstens zum ‹luege› kommt», sagt Peter Sperner. Sei es nun als Musikerin, als Gast oder als Angestellte.

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