Lieber leere Parkplätze als leere Kellerabteile

Burgdorf

Es bleibt bei 240 Plätzen: Das Oberstadt-Parkhaus wird nicht verkleinert. Der Verwaltungsrat hat sich dagegen entschieden, einen Teil der Parkfläche in Lager-räume umzuwandeln.

«Frei»: Auch künftig wird das Parkhaus Oberstadt genügend Plätze anbieten.<p class='credit'>(Bild: Thomas Peter)</p>

«Frei»: Auch künftig wird das Parkhaus Oberstadt genügend Plätze anbieten.

(Bild: Thomas Peter)

Philippe Müller

Voll besetzt ist es eigentlich nur einmal im Jahr während der ­Solätte, ansonsten lässt die Auslastung des Parkhauses Oberstadt meistens zu wünschen übrig. Deshalb war der Vorschlag eines Miteigentümers durchaus prüfenswert: Er hatte dem ­Verwaltungsrat der Burgdorfer ­Innenstadt Parkhaus AG vorgeschlagen, zu evaluieren, ob ein Teil der Parkplätze aufgehoben und in mehrere Lagerabteile umgewandelt werden könnte. Von den 240 Parkfeldern wären 11 von der Umnutzung betroffen gewesen. Der Verwaltungsrat hat die Idee mittlerweile diskutiert – und verworfen.

Zu wenig Interesse

Laut dem städtischen Liegenschaftsverwalter Peter Kräuchi, der Mitglied des Verwaltungsrates ist, habe man sich vorab aus grundsätzlichen Überlegungen gegen eine «Zweckentfremdung» des Parkhauses entschieden: «Auch wegen des Schlossprojektes macht eine Umnutzung zum jetzigen Zeitpunkt wenig Sinn», sagt er. Bekanntlich soll bis 2019 in der Zähringerburg eine Jugendherberge entstehen. Die Stadt erhofft sich davon eine Belebung der Oberstadt und damit mehr Touristen.

Und Touristen schätzen zentral gelegene Parkmöglichkeiten. Es gab aber auch noch andere Faktoren, die gegen die Schaffung von zusätzlichem Lagerraum sprachen. «Das Interesse an solchen Flächen scheint gemäss ersten Umfragen klein zu sein», so Kräuchi weiter. Zu­mindest seitens des Oberstadtleistes sei das Echo gering gewesen.

Zudem sei die Parkhauseinfahrt mit einer Höhenbeschränkung von 2,20 Metern belegt, weshalb die Einstellhalle nur mit kleineren Fahrzeugen befahren werden könne. «Das schränkt den Kreis möglicher Mietinteressenten ein.»

Zu teuer

Nicht zuletzt dürften die Kosten entscheidend dazu bei­getragen haben, dass man auf die Umnutzung verzichtet: Laut Kräuchi hätte die Schaffung der 23 Lagerabteile mit einer Fläche zwischen 5 und 15 Quadratmetern Investitionskosten von rund 80'000 Franken ausgelöst. «Der relativ hohe Betrag ist den Brandschutzauflagen, den Anpassungen bei der Sprinkleranlage, der Lüftung mit neuem ­Abluftkanal sowie den Lichtinstallationen und den nötigen Baumeisterarbeiten geschuldet.»

Der Verwaltungsrat sei zum Schluss gekommen, dass das ­Kosten-Nutzen-Verhältnis für eine erfolgreiche Vermietung der Räume nicht gegeben sei.

Laut Kräuchi seien die Miteigentümer an ihrer Versammlung von letzter Woche über den Verwaltungsratsentscheid informiert worden. Der ursprüngliche Antragsteller sei zwar nicht anwesend gewesen, die anderen Miteigentümer seien von der Antwort jedoch befriedigt gewesen und hätten den Entscheid nachvollziehen können.

Berner Zeitung

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