Trubschachen

Licht, das nur dann scheint, wenn es wirklich nötig ist

TrubschachenKeine andere Gemeinde in der Schweiz spart bei der Strassenbeleuchtung so viel Strom wie Trubschachen. Hier sind flächendeckend intelligente Leuchten im Einsatz.

Sie senken die Lichtstärke ab: Die LED-Lampen in Trubschachen.

Sie senken die Lichtstärke ab: Die LED-Lampen in Trubschachen. Bild: Thomas Peter

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In Trubschachen setzt man auf den technischen Fortschritt, um Kosten zu sparen. Schon seit 2011 interessierte sich die Gemeinde für ein verbessertes Strassenbeleuchtungssystem. Inspiration holte sie sich dafür etwa beim Kanton Bern, der seine Lampen entlang der Kantonsstrasse, die durch das Dorf führt, schon länger umgerüstet hatte.

Doch zuerst habe man noch ausführliche Labortests durch die Firma Farelec Fischer in Zäziwil abgewartet, erzählt der Trubschacher Finanzverwalter Theo Rüegger auf Anfrage. Als klar war, dass die LED-Beleuchtung zum Beispiel auch bei Nebel funktioniert, hat sich Trubschachen entschieden: Rund 100'000 Franken investierte die Gemeinde, um alle ihre eigenen 80 Strassenleuchten umzurüsten: Nicht nur neue LED-Birnen wurden im vergangenen Sommer installiert, sondern auch eine intelligente Steuerung. Rüegger hält fest: «Wir können nachweisen, dass wir heute neunzig Prozent Strom einsparen.»

Von zehn auf fünfzig Prozent

Im Normalzustand leuchten die Strassenlampen in Trubscha-chen noch mit einer schwachen Leistung von zehn Prozent. Doch in den Leuchten sind Wärmesensoren integriert, die erkennen, wenn sich ein Mensch oder ein Auto nähert. Sogleich erhöht die intelligente Steuerung ihre Leistung von zehn auf fünfzig Prozent.

«Mit dieser tiefen Maximalleistung sind wir nach Stephan Breuer vom kantonalen Tiefbauamt jene Gemeinde mit der höchsten Stromeinsparung in der Schweiz», sagt Rüegger. Und trotz verminderter Leistung sei die Lichtqualität erst noch verbessert worden. «Alle Kandelaber haben nun eine Standardhöhe von sechs Metern», erklärt ­Rüegger.

Sensor gibt den Impuls weiter

Dadurch hätten die Installateure die asymmetrischen Leuchten optimal einstellen können: Nur noch Strassen und Trottoirs fallen in den Lichtkegel, es werden keine Hauswände mehr unnötig beleuchtet. Und auch von der intelligenten Steuerung selbst merken Autofahrer und Fussgänger kaum etwas.

«Sobald ein Sensor ein Auto erkennt, gibt er den zwei nächsten Lampen automatisch einen Impuls weiter, wodurch auch diese ihre Leistung erhöhen», erklärt Rüegger und spricht von einem «Lichtteppich», der ausgelegt werde. Die passierten Lampen reduzieren ihre Leistung nach einer definierten Zeit wieder auf zehn Prozent.

Masse gibt den Ausschlag

Die Gemeinde verfügt über ein Computerprogramm, mit welchem sie beispielsweise festlegen kann, wann das Licht wieder gedimmt werden soll. Denn nicht alle Strassen und Plätze funktionieren gleich, beispielsweise der Bahnhofplatz ist ein Spezialfall: Fährt jemand auf den Platz, schaltet die gesamte Beleuchtung ein, und nicht nur einzelne, aufeinanderfolgende Lampen. Damit der Sensor aber überhaupt etwas in Bewegung setzt, ist eine gewisse Masse notwendig: «Beispielsweise bei einer Katze würden die Lichter nicht angehen», ergänzt Theo Rüegger. (Berner Zeitung)

Erstellt: 07.12.2017, 06:30 Uhr

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