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Langnau hofft auf Geld vom Bund

Bei der ­Finanzierung des zweiten Eisfeldes profitiert man im Emmental wohl davon, dass ein Bau­projekt in Winterthur nicht ­zustande kam. Doch ­zuerst muss ein Bundesratsbeschluss geändert werden.

Links vom Ilfisstadion soll das zweite Eisfeld entstehen. Es würde auch dem nationalen Eishockey­verband für Trainings dienen.
Links vom Ilfisstadion soll das zweite Eisfeld entstehen. Es würde auch dem nationalen Eishockey­verband für Trainings dienen.
zvg

Es geht um sogenannte Nasak-Gelder. Unter diesem Titel hat das Schweizer Parlament vor fünf Jahren Geld gesprochen «für Finanzhilfen an die Realisierung der Sportanlagen von nationa­ler Bedeutung». Mit einem Beschluss des Bundesrats wurde dabei ein Kredit von total sechs Millionen Franken für den Bau eines nationalen Eishockeyzentrums bewilligt.

Laut Kurt Henauer von der Kommunikationsabteilung des Bundesamts für Sport hatte man in der Kredit­botschaft ein Projekt des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SIHF) in Winterthur im Visier. Allerdings wurde damals auch die Möglichkeit erwähnt, das Geld einer «geeigneten Alternative» zukommen zu lassen, falls sich die Pläne in Winterthur nicht realisieren lassen sollten. Das Projekt scheiterte dann tatsächlich. Laut Henauer wären die errechneten Betriebskosten dem Verband zu teuer geworden.

Dezentral, kein Mekka

Eine Alternative für ein ähnli­ches Eishockey-Mekka andernorts fand sich – offenbar insbesondere aus finanziellen Gründen – nicht. Deshalb musste der SIHF über die Bücher. Inzwischen hat er seine Strategie für Eishockeyanlagen geändert. «Für die Zukunft sieht er vor, die Trainings-, Ausbildungs- und Wettkampfaktivitäten dezentral in mehreren Anlagen durchzuführen», so Henauer.

Da kommen Peter Jakobs Pläne für den Bau eines zweiten Eisfeldes neben der Ilfishalle in Langnau gerade recht. Denn dieses würde es den SCL Tigers ermöglichen, dem Schweizerischen Verband die Infrastruktur für spezielle Trainings und Turniervorbereitungen zur Verfügung zu stellen.

Langnau würde somit zu einer der dezentralen Ausbildungsstätten, die nun von jenen Nasak-Geldern profitieren könnten, die seinerzeit in Winterthur nicht zum Einsatz kamen. Wie viel von den sechs Millionen Franken für das Projekt in Langnau vorgesehen ist, gibt der Verband nicht bekannt.

Das Parlament entscheidet

Ob das Geld des Bundes überhaupt ins Emmental fliessen wird, hängt nun aber nicht nur davon ab, ob Peter Jakobs Sport und Event AG das zweite Eisfeld überhaupt realisieren kann. Es hängt ebenso stark auch von politischen Entscheiden im Bundeshaus ab.

In erster Instanz muss das Parlament dem Antrag des Eishockeyverbandes zustimmen: Es muss den Bundesratsbeschluss ändern und sich einverstanden erklären, dass die Gelder dezentral angelegt werden.

Dies sei für nächstes Jahr vorgesehen, teilt Kurt Henauer mit. Danach muss sich auch der Vorsteher des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport zusammen mit dem Bundesamt für Sport mit dem Antrag des SIHF befassen. Bis Ende 2018 sollten die entsprechenden Beitragsverträge abgeschlossen sein.

Erster Mieter

Laut Peter Müller, Geschäftsführer der SCL Tigers AG, möchte der SIHF künftig mit fünf Standorten zusammenarbeiten. Die Nasak-Gelder würden an die Bedingung geknüpft, dass mit dem Eishockeyverband eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen wird. Diese soll regeln, wie oft der SIHF Anrecht haben wird, das Eis und die Trainingsinfrastruktur zu mieten.

Müller hofft aus zwei Gründen, dass die Bundespolitik einwilligt: einerseits weil der Beitrag Peter Jakob bei der Finanzierung helfen würde, andererseits «weil wir so bereits eine kleine Grundauslastung hätten». Für den operativen Betrieb des zweiten Eisfeldes werden die SCL Tigers verantwortlich sein.

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