Kleine Blume, grosser Andrang

Eggiwil

Sie kommen zu Fuss, mit dem Auto, dem Bike, dem Elektrovelo, der Vespa, mit Kind und Hund. In Scharen ziehen die Ausflügler momentan auf Rämisgummen, angezogen von den blühenden Krokussen. Ein Augenschein.

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Blauer Himmel, Sonne pur und steigende Temperaturen lassen derzeit die Krokusse auf Rämisgummen spriessen. Und wie immer erscheinen mit der Krokusblüte hoch über Eggiwil auch die Ausflügler. Sie sind unterwegs auf den Emmentaler Hügelzug, um das Naturschauspiel, das sich nur für kurze Zeit bietet, zu erleben – und dieses mittels Smartphone oder Digitalkamera für die Nachwelt oder für sich persönlich festzuhalten.

Parkieren ist Glückssache

Sie kommen in Scharen, die ­Blumenliebhaber. Wer zu Fuss unterwegs ist, ist gut beraten, am Rande des schmalen Wegs zu ­gehen. Denn die Wanderer sind nicht allein auf 1200 Meter über Meer. Die Ausflügler kommen auch motorisiert ziemlich im Takt. Da ist es auch für den Fahrer einer roten Vespa nicht einfach, durchzukommen. «Wo blühen denn jetzt die Krokusse», fragt derweil eine Frau, die aus dem Kanton Luzern angereist ist. Ein Mann mit Fotoausrüstung weist den Weg vorbei an den parkierten Fahrzeugen. Fast wie aufgereiht ziehen die Ausflügler den Frühlingsgefühlen entgegen.

Parkieren wird, je später der Vormittag, desto mehr zur Glückssache. Denn das Gütersträsschen, das eigentlich mit einem Fahrverbot mit Zubringerdienst belegt wäre und das nur befahren dürfte, wer entweder in einem der Häuser hinter dem Hof Hinter-Blapbach wohnt oder das Restaurant Erika auf der Alp Geisshalden besuchen will, bietet nicht wirklich viel Abstellfläche. Aber irgendwie gehts immer.

«Wir nehmen das Ganze gelassen», sagt etwa Bruno Schenk aus Langnau. Er ist mit seiner Frau Franziska und weiteren Angehörigen auf Rämisgummen gefahren, um die von der Natur inszenierte, kurze Blütenshow zu sehen. «So wie wir das alle Jahre machen, um dabei auch die tolle Aussicht zu geniessen», erläutert der Langnauer.

Rote Köpfe

Während sich die Familie Schenk auf den Weg zu den Frühlings­blühern macht, haben sie andere schon gesehen. Auf dem Zufahrtssträsschen kommt am frühen Nachmittag Gegenverkehr auf. Nicht unbedingt zur Freude aller Beteiligten. Gefragt sind Rückwärtsfahren, Ausweichen oder Wenden – was an diesem sonnigen Tag für den einen oder andern zusätzlichen roten Kopf sorgt.

Christoph Hofer aus Schüpbach schmunzelt, als er aus dem Auto steigt. Gerade noch hat er es geschafft, den Wagen am Wegrand in einer engen Lücke abzustellen. «An sonnigen Tagen hat es hier im Frühjahr immer viele Leute, aber es lohnt sich», sagt er und macht sich mit seiner jungen, fünfköpfigen Familie auf zu den Blüten.

Dem Ehepaar, das gleich daneben mit vier Hunden aus einem anderen Auto steigt, lassen Hofers den Vortritt. «Eigentlich wäre es nicht schlecht, wenn es hier einen offiziellen Parkplatz geben würde», meint Hofer. Dafür wäre er bereit, einen Obolus zu leisten. Dies gilt auch für Rosmarie Blatter aus dem Kanton Aargau. «Diese herrliche Aussicht ist doch etwas wert», meint sie und fügt an: «Mit so vielen Ausflüglern habe ich nicht gerechnet.»

Zu Fuss gehts auch

Für Eggiwils Gemeindeschreiber Stefan Ruch ist die Situation auf Rämisgummen zur Krokusblüte nichts Neues. «Auf unserer Internetseite empfehlen wir den Besuchern, ihre Fahrzeuge im Dorf auf dem Gemeindehausparkplatz abzustellen und den Rämisgummen zu Fuss zu erreichen.» Ansonsten sei es schwierig, etwas gegen die Blechlawine zu tun. Zudem werde sich die Situation mit dem Verblühen der Krokusse wieder beruhigen.

Berner Zeitung

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