Keiner will die Strasse haben

Lützelflüh

Die Gemeinde plant, ein Teilstück der Ramisbergstrasse bei Ranflüh als ­öffentliche Gemeindestrasse zu entwidmen. Die Anstösser könnten die Strecke übernehmen, wollen aber nicht.

Die Strasse wird in einen Wanderweg «umgewandelt».

Die Strasse wird in einen Wanderweg «umgewandelt».

(Bild: Olaf Nörrenberg)

Jacqueline Graber

Die alte Ramisbergstrasse führt, wie der Name vermuten lässt, von Ranflüh auf den Ramisberg und ist im Besitz der Gemein­de Lützelflüh. Nun plant die Eigentümerin, ein Zwischenstück der Strecke als öffentliche Gemeindestrasse zu entwidmen, also die Klassifizierung zu ändern.

Ein entsprechendes Gesuch wurde im Anzeiger publiziert; die Einsprachefrist läuft bis zum 21. August.Gemäss Gemeindepräsident Andreas Meister (SVP) ist es die erste geplante Entwidmung seit der Revidierung des Strassenreglements. Dieses wurde von der Bevölkerung gutgeheissen und 2015 in Kraft gesetzt.

Der ungefähr 800 Meter lange Kiesweg schlängelt sich vom Dorf Ranflüh auf den Ramisberg hinauf, gut die Hälfte der Strecke führt durch den Wald. Sie sei im Kataster als Strasse der Klasse 1 eingetragen, erklärt Andreas Meister. Gemäss Strassenreglement handle es sich bei dieser Kategorie um Verbindungsstrassen mit hohem öffentlichem Interesse, was beim betroffenen Wegstück ganz klar nicht der Fall sei, sagt er. Dieses diene nur der Land- und Walderschliessung oder als Abkürzung.

Als Erschliessung des Ramisbergs diene die Strasse Grünenmatt–Ramisberg–Benzenberg–Ranflüh, die von der Gemeinde unterhalten werde, fügt der Gemeindepräsident hinzu.

Angebot abgelehnt

Im Vorfeld wurde die betroffene Bevölkerung an zwei Veranstaltungen über das Vorhaben Entwidmung Ramisbergstrasse informiert. Meister räumt ein, dass nicht alle begeistert seien. Die Gemeinde habe den Vorschlag gemacht, den betroffenen Land-, Wald- und Hausbesitzern bei der Gründung einer Gemeinschaftsparzelle zu helfen.

Der Weg wäre kostenlos an die Anstösser übergegangen, diese hätten jedoch selbst für den Unterhalt aufkommen müssen. «Diese Idee wurde jedoch von den Betroffenen abgelehnt», so Meister.

Aus diesem Grund bleibe die Strasse in Gemeindebesitz und werde nur noch als Wanderweg geführt. «Zwar muss Lützelflüh den Wanderweg auch unterhalten, aber der zeitliche wie finanzielle Aufwand ist viel geringer als bei einer öffentlichen Gemeindestrasse der Klasse 1», sagt Meister – und stellt in Aussicht, dass in absehbarer Zeit weitere Strassenstücke bezüglich Entwidmung überprüft werden.

Berner Zeitung

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