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Im Kampf gegen schnelleres Internet

Über 20 Personen wehren sich gegen den Ausbau der Swisscom-Antenne. Und eine Gruppe von Bürgern will, dass die Gemeinde von 5G verschont bleibt.

Das darf laut einer Bürgergruppe in Langnau nicht passieren: Dass die Swisscom ihre Antenne für 5G aufrüstet. Foto: Keystone / Christian Beutler)
Das darf laut einer Bürgergruppe in Langnau nicht passieren: Dass die Swisscom ihre Antenne für 5G aufrüstet. Foto: Keystone / Christian Beutler)

In Langnau weht der Swisscom eine steife Brise entgegen. Sie wird ihre Mobilfunkanlage nicht ohne weiteres ersetzen können. Seit 2006 steht die Antenne im Mättenbergwald, bei der Gartegg. Letzthin hat die Swisscom in einem Baugesuch publik gemacht, dass die Einrichtung ersetzt werden soll.

Und auf Anfrage dieser Zeitung versicherte die Mobilfunkanbieterin, sie wolle die Nutzerinnen und Nutzer weiterhin mit 3G und 4G versorgen. Sie verschwieg aber nicht, dass sie die Antenne im Zuge dieser Arbeiten auch für die jüngste Technologie, für den Betrieb im 5G-Netz, vorbereiten werde.

Zweigleisiges Vorgehen

Dies versucht nun eine Gruppe Langnauer Bürgerinnen und Bürger zu verhindern. Dafür hat sie ein zweigleisiges Vorgehen gewählt. Zuerst reichte sie bei der Gemeinde eine Einsprache gegen das Baugesuch ein. Über 20 Personen hätten diese unterschrieben, sagt Paul Christ, einer der Initianten.

Noch bevor er das Couvert mit der Einsprache der Post übergab, lancierte er mit der «Bürgergruppe 5G Langnau i.E.» eine Petition: «Angesicht der weltweiten Bedenken für Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt durch Mobilfunkstrahlung» wird der Gemeinderat aufgefordert, «im Sinne eines Moratoriums keine 5G-Aufrüstung zuzulassen und damit eine Erhöhung der flächendeckenden elektromagnetischen Bestrahlung zu verhindern».

SVP und SP gemeinsam

Paul Christ spricht von rund 40 Personen, die sich nun daranmachen werden, in Langnau Unterschriften zu sammeln für diese Bittschrift. Sie soll dem Gemeinderat Anfang Mai übergeben werden. Doch mit einem Moratorium gibt sich die Gruppe noch nicht zufrieden. Sie werde eine Gemeindeinitiative starten, die zum Ziel habe, Langnau gänzlich zur 5G-freien Zone zu erklären.

Christ ist optimistisch, die mindestens notwendigen 400 Unterschriften zusammenzubringen. Denn er setzt darauf, dass es wieder einen «Schulterschluss zwischen SP und SVP» geben wird. Wie damals im Februar 2016, als der Gemeinderat daran gehindert wurde, das ganze ehemalige Kindergartenareal an der Mooseggstrasse zu verkaufen.

Eine Initiative sorgte dafür, dass der Spielplatz erhalten bleibt und die Gemeinde das Grundstück für den Bau eines Generationenhauses im Baurecht abgibt. Jetzt sind offenbar in Langnau nicht nur linke Kreise besorgt in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen, die 5G haben könnte, sondern auch Mitglieder der SVP. Christ jedenfalls berichtet von einer «sehr kritischen» Haltung, die vonseiten der Landwirte geäussert worden sei, als die SVP eine Infoveranstaltung zu diesem Thema durchführte.

Auf einer Karte des Bundesamtes für Kommunikation sind im Gebiet zwischen Zollbrück, Langnau und Schüpbach allerdings bereits vier Antennenstandorte für G5 eingezeichnet, je ein weiterer in Eggiwil und Röthenbach.

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