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Ilfis und Co. verlangen mehr Abstand

Über 400 Gewässer haben die Planer erfasst, als sie definierten, wie viel Platz diesen künftig einzuräumen ist. Da entlang der Ilfis viel gebaut wurde, sind die Auswirkungen im Baugebiet nicht gewaltig.

Weil die Ilfis zuweilen gefährlich ansteigen kann – wie damals, vor 13 Jahren –, gilt es genau zu überlegen, was in ihrer Nähe gebaut wird.
Weil die Ilfis zuweilen gefährlich ansteigen kann – wie damals, vor 13 Jahren –, gilt es genau zu überlegen, was in ihrer Nähe gebaut wird.
Marcel Bieri

Das Thema hat durchaus das Potenzial, beim einen oder anderen Kopfzerbrechen auszulösen. Etwa beim Leiter des Landwirtschaftsbetriebs der Stiftung Lebensart. Sein Betrieb ist von den Gewässerräumen betroffen. Denn in der Altenei – unterhalb der Stelle, wo die Gohl und der Hühnerbach in die Ilfis fliessen – reicht das zu schützende Gebiet auf einer Strecke von etwa 70 Metern 30 Meter in das Landwirtschaftsland hinein.

Das bedeutet, dass der Bewirtschafter hier ­weder Dünger noch Pflanzenschutzmittel ausbringen darf.Der Gewässerraum bestimmt also künftig mit, wo entlang oberirdischer Gewässer Ackerbau möglich ist.

«Je grösser das Gewässer, umso grösser sind die Auswirkungen für die Bauern.»

Beat Gerber, Gemeinderat und Ackerbaustellenleiter

«Je grösser das Gewässer, umso grösser sind die Auswirkungen für die Bauern», sagte SVP-Gemeinderat Beat Gerber, der in Langnau auch als Ackerbaustellenleiter arbeitet, an der Mitwirkungsversammlung. Während bisher entlang von Gewässern auf sechs Metern nicht gedüngt und gespritzt ­werden durfte, gilt das künftig entlang der Ilfis beidseits auf 15 Metern.

Für kleine Bäche und kleinste Rinnsale wurde ein Gewässerraum von insgesamt 11 Metern ausgeschieden. Grösser sind die Korridore dort, wo der obere Frittenbach-, der Gohl- und der Wittenbachgraben eine gewisse Breite erreicht haben.

Oder dort, wo der Hochwasserschutz gemäss Naturgefahrenkarte mehr Fläche verlangt – wie eben in der Altenei. Auch für Revitalisierungsprojekte, die der Kanton mittelfristig am Habbachgraben, an der Gohl und der Ilfis vorhat, wurde mehr Platz reserviert.

«Und das zweite Eisfeld?»

Die neu definierten Gewässerräume wirken sich aber nicht nur auf die Landwirtschaft aus, sondern auch auf alle Liegenschaftsbesitzer, deren Parzellen sich in den entsprechenden Korridoren befinden. Am Bestehenden wird zwar nicht gerüttelt, aber neue Anlagen können nur noch gebaut werden, wenn sie an den Standort gebunden sind und im öffent­lichen Interesse stehen – wie etwa die ARA, Brücken oder gewisse Strassen.

Alle künftigen noch so kleinen Bauvorhaben seien ­bewilligungspflichtig, betonte Langnaus Bauverwalter Ronald Aeschlimann während der Veranstaltung. Rund 20 Personen waren gekommen, um sich das neue Planwerk erklären zu lassen. Ein Bürger wollte dann etwa wissen, ob auf Grund der neuen Ausgangslage der Bau eines zweiten Eisfeldes überhaupt noch möglich sei. Der für die Planung zuständige SVP-Gemeinderat Bernhard Gerber bejahte: «Denn das Projekt ist bereits bewilligt.»

Zum Glück «dicht überbaut»

Im Dorf werden die Langnauer ohnehin nicht stark eingeschränkt. Denn grosse Teile entlang der Ilfis gelten als «dicht überbaut», sodass der Gewässerraum verringert werden konnte. Auch die Gewerbekanäle auf Gemeindeboden sind von den Einschränkungen nicht betroffen.

Mit der Festlegung der Gewässerräume setzt die Behörde übergeordnetes Recht um. Die vom Gesetzgeber verlangte Frist, die Ende 2018 ausläuft, wird sie nicht einhalten können. Bis das Werk – wohl 2020 – genehmigt werden kann, gelten Übergangsbestimmungen. Nächstes Jahr haben die Bürger Gelegenheit, Einsprache einzulegen. Während der Mit­wirkungsphase bis 24. September geht es darum, die Behörden auf allfällige Ungereimtheiten hinzuweisen.

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