Koppigen

Eine Heizung vereint

KoppigenDas Wohn- und Pflegeheim, das Kinderheim und das Dienstbotenheim Koppigen beziehen ab diesem Winter die Wärme vom selben Ort. Zudem sollen 26 Haushalte ihre Stuben schon bald mit Holz beheizen.

Hier wird die Heizung gebaut: Paul Schwaller, Hans, Marianne und Chantal Gfeller (v.l.) am Spatenstich.

Hier wird die Heizung gebaut: Paul Schwaller, Hans, Marianne und Chantal Gfeller (v.l.) am Spatenstich. Bild: Olaf Nörrenberg

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Mehr als zehn Jahre wurde die Scheune der Familie Gfeller nicht mehr genutzt. Als übergrosse Abstellkammer dient heute das Gemäuer, wo einst Mutterschweine hausten. Denn die Eltern sind im Ruhestand, und die Nachkommen sind nicht mehr in der Landwirtschaft tätig. Doch nun kehrt hinter der Scheune wieder Leben ein: Der Bagger ist aufgefahren, und die Bauarbeiter sind bereit, um mit dem Aushub zu beginnen.

Seit gestern wird an der Bern-Zürich-Strasse zwischen St. Niklaus und Oeschberg gebaut. Eine Holzschnitzelheizung mit zwei Heizkesseln soll dort bereits ab diesem Herbst Wärme spenden. Und zwar viel Wärme: 3 Mil­lionen Kilowattstunden Energie werden so produziert.

Zwei Drittel davon werden gleich drei ­grössere Institutionen in der näheren Umgebung komplett beheizen: das Wohn- und Pflegeheim, das Kinderheim und das Dienstbotenheim. In einer zweiten Phase ab Winter 2018/2019 sollen zudem bis zu 26 Haushalte die Wärme dort beziehen.

Von Öl zu Holz

Bislang heizten die drei Heime ­alle mit Öl. Doch waren ihre ­Heizsysteme in die Jahre gekommen, und mit dem Ausbau des Wohn- und Pflegeheims musste für dieses ohnehin eine neue Lösung her. So wurde Anfang 2016 der Wärmeverbund gegründet. Nachdem verschiedene Heiz­systeme geprüft worden waren, machte die Holzschnitzelheizung das Rennen.

«Im Vergleich zu den Ölheizungen können so jährlich 625 Tonnen CO2 eingespart werden», sagt Christian Bieri von der Firma Allotherm, die mit der Planung beauftragt wurde. Der Strompreis liege mit 15 Rappen pro Kilowattstunde leicht über dem Ölpreis. Dafür könnten die Ressourcen vor Ort genutzt werden, sagt Bieri.

So wird das Holz aus den um­liegenden Wäldern bezogen. Für dessen Beschaffung sei die Burgergemeinde zuständig, sagt Paul Schwaller, Präsident des Wärmeverbunds. Denn ihr gehört ein Grossteil des Waldes.

Burgergemeinde investiert

Aber nicht nur bei der Holzbeschaffung, auch bei der Finanzierung beteiligt sich die Burger­gemeinde. 2,5 Millionen Franken kostet der Bau der Holzschnitzelheizung. Nebst den Burgern investiert unter anderen der Elek­trizitätsversorger Elektra.

Der Boden, auf dem die Heizung steht, ist weiterhin im Besitz der Familie Gfeller. Eine Sonderbewilligung ermöglichte den Bau auf dem Grundstück, das zur Landwirtschaftszone gehört. Sobald dieses zum Bauland übergeht, möchte Besitzer Hans Gfeller auch die Scheune ausbauen. «Alterswohnungen könnte ich mir hier gut vorstellen», sagt er. (Berner Zeitung)

Erstellt: 20.03.2017, 19:43 Uhr

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