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Ein neues Zuhause für Bauabfälle

Die Kapazität der ­Inertstoffdeponie Tannenbad ist bald ausgeschöpft. Für den Nachfolgestandort Horn ist die Mitwirkung durch ­– ohne Eingaben.

Die künftige Deponie soll zwischen der Süllenbachstrasse und Ober Horn liegen.
Die künftige Deponie soll zwischen der Süllenbachstrasse und Ober Horn liegen.
Thomas Peter

Gebaut wird eigentlich immer – und überall. Dabei wird nicht nur viel Staub aufgewirbelt und Lärm verursacht, sondern auch viel Abfall produziert: Aushubmaterial etwa, Ziegel, Humus, Misch- und Betonabbruch. Und dieses Material muss ja irgendwo hin.

Dafür gibt es sogenannte Inertstoffdeponien. Nach neuster Terminologie auch Deponie Typ B genannt. Das sind natürliche Versenkungen in der Landschaft, die, einmal als Deponie bestimmt, solange sorgfältig und Schicht für Schicht mit den verschiedenen Bauabfällen aufgefüllt werden, bis sie eine vordefinierte natürliche Gestaltung erreicht haben.

230'000 Kubikmeter Material

In der Region gibt es drei solche Deponien: in Eggiwil, in Koppigen und jene in Sumiswald in Tannenbad. Letztere wird von der ISD Tannenbad GmbH, einer aus sechs Bauunternehmungen der Region bestehenden Gesellschaft, betrieben.

Die Kapazität dieser Deponie ist nun bald ausgeschöpft. Deshalb soll – wie ­bereits im kantonalen Richtplan vorgesehen – am Standort Horn eine Nach­folgedeponie entstehen. Geplant ist sie etwas weiter östlich des Restaurants Tannenbad, zwischen der Süllenbachstrasse und Ober Horn.

Auf einer Fläche von 3,7 Hektaren soll sie dereinst rund 230'000 Kubikmeter Material fassen können. Gerechnet wird mit einer Betriebsdauer von rund 20 Jahren. Laut der zuständigen CSD Ingenieure AG aus Liebefeld wird für die neue Deponie die Gemeindestrasse mit Ausweichstellen versehen werden müssen. Zudem soll der etwa 300 Meter lange Kiesweg zum Horntäli zu einer von Lastwagen befahrbaren Strasse ausgebaut werden.

Bis zu acht Lastwagenfahrten

Letzte Woche ist die Mitwirkung zu Ende gegangen. Laut Fritz Kobel, Leiter Bau und Betrieb der Gemeinde, gab es keine Eingaben. Dafür seien an der ­Informationsveranstaltung Ende März einige Bedenken geäussert worden. Schliesslich bedeutet eine Deponie vor allem viel Schwerverkehr, Lärm und Staub.

Rund 10'000 Kubikmeter Material werden pro Jahr angeliefert werden. Das kann schon mal bis zu acht Lastwagenfahrten pro Tag ergeben. In der ­Mitwirkung hat das aber nun niemanden mehr gross gestört, wie es scheint. Abzuwarten sind die nächsten Hürden, die das Projekt noch nehmen muss.

Derzeit ist es wieder beim zuständigen Amt für Wasser und Abfall. Als Nächstes soll in der zweiten Jahreshälfte das Baugesuch aufgelegt werden. Im Dezember muss dann die Gemeindeversammlung der Zonenausscheidung noch zustimmen. Kobel erwartet keine grosse Op­position.

Schliesslich sei die Deponie bereits mit dem Richtplan abgesegnet worden. «Selbstverständlich ist der zusätzliche Verkehr für die Bewohner in der näheren Umgebung eine Belastung», sagt er. Letztlich sei es aber auch eine Verhältnisfrage. Denn eine Deponie sei für die gesamte Region nun mal unerlässlich.

Die Deponie in Tannenbad übrigens wird rekultiviert, sodass es dort dereinst wieder aussieht, als wäre nie etwas gewesen.

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