Die Zollhausmatte wird wieder zum Thema

Lützelflüh

Lange war es still um das Stück Land mitten im Dorf. Nun haben die beiden Architekten Reto Gsell und Michael Schilt ein neues Projekt ausgearbeitet. Entstehen soll eine Überbauung mit verschiedenen Wohneinheiten.

Geplant ist der Bau von Garten- Attika-und Duplexwohnungen. Auf der Grünfläche sollen Obstbäume gepflanzt werden.

Geplant ist der Bau von Garten- Attika-und Duplexwohnungen. Auf der Grünfläche sollen Obstbäume gepflanzt werden.

(Bild: zvg)

Jacqueline Graber

«Ich unterstütze das Projekt.» Es entspreche der Überbauungsordnung, sagt Hans Zeltner. Anders hingegen sah es 2014 aus. Damals gründete Zeltner gemeinsam mit Anwohnern der Zollhausmatte die gleichnamige Interessengemeinschaft. Dies, weil die dama­lige Bauherrin – die Valiant-Bank – auf dem nördlichen Teil des Landstücks in Lützelflüh zwei 46 Meter lange, zweigeschossige Mehrfamilienhäuser mit je zehn Wohnungen plante. Diese Liegenschaften entsprachen jedoch nicht der gültigen Überbauungsordnung.

Aus diesem Grund kam das ­Geschäft, also die Abänderung der Überbauungsordnung, an die Gemeindeversammlung. Die IG verteilte im Vorfeld Zettel im Dorf. Darin rief sie die Mitbürger auf, an der Versammlung Nein zu stimmen. Mit Erfolg: Die knapp 300 Anwesenden liessen das Geschäft im November 2014 deutlich bachab gehen.

Vier Baufelder

Danach war es still um das fussballfeldgrosse Stück Land. Bis Reto Gsell und Michael Schilt kürzlich den Anwohnern der Zollhausmatte an einer Infoveranstaltung ein neues Projekt vorlegten. Die beiden Architekten gründeten die Objektgesellschaft RMCM GmbH mit Sitz in Lützelflüh, welche nun die neue Besitzerin der noch nicht überbauten Parzellen ist.

Insgesamt verfügt das Stück Land, das sich mitten im Dorf befindet, über vier Baufelder. Etappenweise sollen hier vielfältige Wohneinheiten wie Garten-, Attika- und Duplexwohnungen entstehen. Die geplanten Neubauten würden der heute gültigen Überbauungsordnung, mit Ausnahme der Dachform, welche neu Flach- anstelle von Pultdächern vorsehe, entsprechen.

«Ein Flachdach hat den Vorteil, dass die Gebäudehöhe statt ungefähr 14,50 Meter lediglich rund 9,50 Meter hoch wird», erklärt Schilt und fügt hinzu, dass die Gemeinde Lützelflüh beim Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) eine Voranfrage eingereicht habe mit der Frage, in welchem Verfahren die geplante Anpassung zu bearbeiten sei.

Hostet mit Obstbäumen

Die Architekten hoffen, das ­Baugesuch für die erste Etappe zeitnah einreichen zu können. Denn, es hätten sich bereits Interessenten für die Wohnungen ­gemeldet, sagt Michael Schilt und erklärt, dass die Überbauung nicht den Namen Zollhausmatte tragen werde, sondern «Im Baumgarten».

Eine offene Matte

Reto Gsell erläutert den neuen Namen anhand einer historischen Aufnahme von anno 1920. Darauf zu sehen ist eine grosse Hostet mit vielen Obstbäumen. Daneben einzelne Häuser und das sogenannte Zollhaus. Doch längst ist die offene Matte verschwunden. Rundum sind etliche Gebäude gebaut worden, dazu ­gehören auch die vier Mehrfamilienhäuser im südlichen Teil der Zollhausmatte. «Wir wollen in der geplanten Bebauung die Grünflächen mit einheimischen Obstbäumen, als Anlehnung an die Hostet, durchwachsen lassen», sagt Reto Gsell.

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