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Die Taverna schliesst Ende September

Ihr Restaurant hat Eleni Vareli und George Kypriotis geholfen, einen Schicksalsschlag zu verarbeiten. Doch jetzt geben sie das gemeinsame Projekt auf.

Welcome heisst es nur noch kurze Zeit: Eleni Vareli schliesst die Taverna Aphrodite Ende September.
Welcome heisst es nur noch kurze Zeit: Eleni Vareli schliesst die Taverna Aphrodite Ende September.
Thomas Peter

Blau-weiss gestreifte Tischtücher, die Blumenvasen ziert eine Karte der Insel Korfu, im Hintergrund rauscht zwar nicht das Meer, dafür sorgt das Plätschern des Brunnens für eine angenehm entspannte Stimmung.

Gyros, Tzatziki und Souvlaki stehen auf der Speisekarte. In der Hofstatt haben Eleni Vareli und George Kypriotis mit ihrer Taverna Aphrodite eine griechische Insel mitten in Burgdorf geschaffen. Seit November 2016 servieren sie dort den Gästen Speisen aus ihrer Heimat, zuvor wirteten sie ein halbes Jahr am Kronenplatz. Weil die Küche zu klein war, zogen sie dann einige Meter weiter in die Hofstatt.

Genug Gäste

Doch schon bald ist Schluss mit dem mediterranen Flair in der Oberstadt. Ende September schliessen Vareli und Kypriotis ihre Taverna. Wieder eine Gaststätte, die dem Beizensterben zum Opfer fällt? Klar sei es nicht immer einfach gewesen, natürlich habe man in den Wintermonaten auch mal zu wenig Gäste gehabt, sagt Eleni Vareli.

Ihre tiefe, rauchige Stimme bildet einen überraschenden Kontrast zum zierlichen Erscheinungsbild. «Aber grundsätzlich können wir uns nicht über zu wenig Gäste beklagen», hält sie fest. Das Restaurant habe genug abgeworfen. Dass sie und ihr Mann nach nicht mal drei Jahren schliessen würden, habe einen ganz anderen Grund.

Um den zu verstehen, gilt es einen Blick zurückzuwerfen: ins Jahr, bevor die beiden den Schritt in die Selbstständigkeit wagten. Damals arbeitete sie als Altenpflegerin in Burgdorf, er war in der Giesserei in Oberburg angestellt. Dann riss die beiden ein Todesfall in der Familie aus der Bahn.

So sehr, dass sie eine Veränderung brauchten. «Als Altenpflegerin war ich täglich mit dem Lebensende konfrontiert, das konnte ich damals nicht mehr ertragen», sagt sie. Ein gemeinsames Projekt sollte das Ehepaar zusammenschweissen, wieder Leben in seinen Alltag bringen. «Wir wollten neue Leute kennen lernen, lächelnde Menschen sehen», sagt die 43-Jährige.

Dass es gerade ein Restaurant sein sollte, war naheliegend. «Ich bin auf Korfu in einem Hotel aufgewachsen», sagt Vareli. Als Kind half sie schon früh in der Küche und im Service aus. Als das Paar 1996 nach Deutschland auswanderte, fand es auch dort den beruflichen Einstieg zuerst im Gastgewerbe.

Sie im Service, er als Koch. Nebenbei liess sich die junge Frau als Altenpflegerin ausbilden. Jener Beruf, in dem sie dann in der Schweiz eine Anstellung fand. Und in dieses Metier will sie nun wieder zurückkehren. «Ich habe meinen Beruf vermisst», sagt sie. Und jetzt sei sie auch wieder bereit, in der Pflege zu arbeiten. Ihr Mann wird bald eine Stelle als Handwerker antreten.

Doch die Pause habe ihnen sehr gutgetan. Obwohl man das Führen einer Gaststätte kaum als Pause bezeichnen kann. «Schon meine Mutter hat gesagt: ‹Arbeit ist die beste Therapie›», sagt sie und lächelt.

Grieche gesucht

So spielte das Paar schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken, das Restaurant aufzugeben, das gemeinsame Projekt abzuschliessen. Erst wollten sie aber eine Nachfolge finden. «Wir haben uns gewünscht, dass es hier weiterhin einen Griechen gibt», sagt Vareli.

Sie schrieben alle griechischen Kirchen und Gemeinden in der Umgebung an. Es fanden sich jedoch keine passenden Wirte. Auch jetzt ist noch ungewiss, wie es mit dem Lokal in der Hofstatt weitergehen wird. Zwar gebe es einige Interessenten, Verträge seien aber bisher keine unterzeichnet. Bleibt zu hoffen, dass schon bald wieder Leben ins Lokal einkehren wird.

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