Zum Hauptinhalt springen

Die Suche nach Kunden beginnt

Wie steht es um den geplanten Wärmeverbund Unterdorf in Kirchberg? Gebaut wird nur, wenn genügend Kunden akquiriert werden können.

Unabhängig von der Realisierung des Wärmeverbunds wird der neue Gemeindewerkhof von Kirchberg gebaut.
Unabhängig von der Realisierung des Wärmeverbunds wird der neue Gemeindewerkhof von Kirchberg gebaut.
PD

Nachdem Kirchbergs Stimmberechtigte letzten Mai die Ampel für den geplanten Gemeindewerkhof und den im Untergeschoss integrierten Wärmeverbund auf Grün gestellt haben, herrscht optimistische Stimmung bei den Verantwortlichen. Für die Planung und Umsetzung des Wärmeverbundes hat die Gemeinde das der Stadt Burgdorf gehörende Energieunternehmen Localnet AG ins Boot geholt. Nicht zuletzt, so Ivo Mössinger vom Planausschuss Neubau Werkhof an einer Medienkonferenz, da diese über grosse Erfahrung verfüge und regional breit verankert sei. Ferner weil bereits eine Partnerschaft bezüglich Gas und Wasser bestehe.

Laut Kirchbergs Gemeinderatspräsidentin Marianne Nyffenegger sei das Interesse in der Bevölkerung für einen Anschluss an den Wärmeverbund grundsätzlich da. Dafür hat die Gemeinde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Interessenten für eine Heizleistung von insgesamt 1384 Kilowatt hätten dabei eruiert werden können.

Die Rentabilität

Beide Partner sind sich dabei bewusst, dass sich dieser Wert an der unteren Grenze für einen wirtschaftlichen Betrieb des Wärmeverbunds bewegt. 45 Prozent der Hausbesitzer hätten sich interessiert gezeigt, allerdings müssten sich 60 Prozent zu einem Anschluss verpflichten, damit das Projekt überhaupt umgesetzt werden könne, erklärte Mössinger. Im Fokus stünden nebst den Privaten grössere Unternehmen. Nach wie vor sind die Verantwortlichen zuversichtlich, dass der Wärmeverbund realisiert werden kann.

Die Gemeinde hilft mit

Wärmeverbünde mit erneuerbarer Energie, insbesondere mit einheimischem Holz, seien wichtige Eckpfeiler für die Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050. In der künftigen Kirchberger Heizzentrale ist eine Holzschnitzelheizung mit einem Gaskessel zur Spitzenlastabdeckung vorgesehen. Dazu braucht es eine Leitung von knapp vier Kilometern für mehrere Hundert Gebäude. In den nächsten Monaten wird die Localnet mit ersten potenziellen Kunden Kontakt aufnehmen. Die Gemeinde werde den Wärmelieferanten dabei unterstützen, betonte Nyffenegger.

Die Förderbeiträge

Mit der Umstellung auf ein ökologisches Heizsystem wie den Wärmeverbund erhalten die Liegenschaftsbesitzer momentan von der öffentlichen Hand einen Förderbeitrag von 10000 Franken. Allerdings könnten konkrete Preisangaben für die Kundschaft erst nach Vorliegen der Kostenschätzung in Aussicht gestellt werden, so Urs Gnehm, CEO der Localnet AG. Dies werde Anfang 2020 der Fall sein. Nur so viel: Der Kunde erhalte mit dem Anschluss an den Wärmeverbund ein «Rundumsorglospaket», verglichen mit einem Heizölpreis von rund 110 Franken pro 100 Liter, allerdings ohne weitere Nebenkosten.

Wärme ab 2021/2022

Ob das Vorhaben umgesetzt werden kann, hänge davon ab, ob genügend Kunden bereit seien, ihre Wärmeversorgung auf ökologische Fernwärme umzustellen. Unabhängig davon, ob der Verbund realisiert wird, sei der Neubau des Gemeindewerkhofes nicht gefährdet, wurde betont. Der Bau und die Inbetriebnahme des Wärmeverbundes sind hauptsächlich für die Jahre 2021/2022 geplant.

Erste Informationsveranstaltung zum Wärmeverbund im Saalbau Kirchberg: 6. November, 19 Uhr.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch