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Die Schatzsuche im Schloss

Die ersten ­Abbrucharbeiten werden ­vorgezogen. Denn bevor der eigentliche Umbau des Schloss Burgdorf startet, wollen die Verantwortlichen wissen, was sich unter den ­alten ­Gemäuern verbirgt.

Im Wahrzeichen über Burgdorf begeben sich die Archäologen schon bald auf Spurensuche.
Im Wahrzeichen über Burgdorf begeben sich die Archäologen schon bald auf Spurensuche.
Thomas Peter
In den Gefängniszellen, hier anlässlich der letzten öffentlichen ­Besichtigung im März, wurde Asbest gefunden.
In den Gefängniszellen, hier anlässlich der letzten öffentlichen ­Besichtigung im März, wurde Asbest gefunden.
Daniel Fuchs
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Gross war der Rummel, als im Schloss die 330 Jahre alten Deckenmalereien entdeckt wurden. Was die Herzen der Archäologen höherschlagen liess, bereitete den Verantwortlichen des Umbauprojekts wohl auch einige Sorgen. Schliesslich war am Fundort ein Zimmer der Jugendherberge geplant. Schnell wurde dann umdisponiert: Statt ein ­Bettenschlag soll im Schilten­saal nun ein Seminarzimmer entstehen. Das verträgt sich wesentlich besser mit den kostbaren ­Gemälden. Damit man mitten im Umbau nicht auf weitere solche geschichtsträchtigen Überraschungen stösst, sollen gewis­se Abbrucharbeiten vorgezogen werden.

Unschöne Entdeckung

Am Mittwochabend informierten Architekten und Vertreter der Stiftung Schloss Burgdorf die Anwohner über das Vorgehen. «Der Abbruch wird von den Archäologen begleitet», sagt Architekt Rolf Gros­senbacher. So gehe man sicher, dass keine allfälligen Fundstücke beschädigt würden. Das Erd­geschoss des ehemaligen Kornhauses sowie die vormaligen ­Gefängniszellen sind von den ­Abbrucharbeiten betroffen. Bei den Gefängniszellen machte man im vergangenen Frühling zudem eine unschöne Entdeckung. Rückstände von Asbest wurden gefunden. Diese müssen erst fachgerecht entsorgt werden.

Bis zum 18. Dezember liegt das Baugesuch für die vorgezogenen Arbeiten auf. Im März 2018 soll dann der Abbruch starten. «Es wird rund eineinhalb Monate dauern», so Grossenbacher. Ei­nen Teil der Zeit seien aber nur die Archäologen am Werk, davon würden die Anwohner wohl nicht viel mitbekommen, meint der Architekt. Der Abbruch hingegen wird hör- und sichtbar sein. Insbesondere in der Oberstadt. Denn der Bauschutt muss weggefahren werden.

Verkehr geregelt

Der Transport soll vom Schlossgässli über den Kronenplatz durch die Hohen- und die Schmiedengasse führen. Die Mulden werden sich an der Ecke Schlossgässli / Alter Markt befinden. «Drei Ampeln werden den Verkehr regeln», sagt Grossen­bacher. Eine wird sich beim ­Kronenplatz bei der Zufahrt ­Kronenhalde befinden, eine beim Alten Markt und eine beim Tor zum Schloss.

So würden die Transporter an den Autos der ­Anwohner vorbeikommen. Gesperrt werden während der Abbrucharbeiten der Armsünderweg und der Katzensteg. Damit wolle man ver­hindern, dass sich Fussgänger auf die Baustelle verirrten, sagt Grossenbacher. «Was ist denn mit dem Markt am Donnerstag in der Schmiedengasse?», will eine Anwesende wissen. Zu den Marktzeiten werde der Transport von Bauschutt unterbrochen, hält Grossenbacher fest. «Super, dann komme ich zu meinem Salat», so die Frau erleichtert.

«Können Sie schon etwas zum eigentlichen Projekt ­sagen?», fragt ein Mann. Zum ­Ablauf der Hauptarbeiten könne er noch keine genauen Angaben machen, da noch nicht klar sei, mit welcher Baufirma man zusammenarbeiten werde, sagt Grossenbacher. Im nächsten Jahr werde es wiederum eine Informationsveranstaltung geben.

Die Hürden

Läuft alles rund, soll der eigentliche Umbau im Juni 2018 starten. Das hänge von zwei Faktoren ab, erläutert Stiftungsratspräsident Markus Meyer. Der Zeitplan könne nur eingehalten werden, wenn es keine Einsprachen gebe. Zudem müsse die Finanzierung gesichert sein. Das ganze Projekt verursacht Kosten von rund 16,4 Millionen Franken. «Uns fehlen knapp 2 Millionen Franken», so Meyer.

Uns fehlen noch knapp 2 Millionen Franken.»

Markus MeyerStiftungsratspräsident

Er sei zuversichtlich, dass man bis im Mai 2018 genügend Mittel haben werde. Dann wird nämlich entschieden, ob der Baustart erfolgen kann oder verschoben wird. Es gilt einige Hürden zu überwinden, bis das Schloss im Frühling 2020 seine Tore öffnen kann.

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