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RBS-Depot: Die Mehrheit zweifelt noch immer

An einem Workshop diskutierten Bevölkerung, Behördenvertreter und RBS-Verantwortliche über die Ausbaupläne des Bahnunternehmens. Dabei zeigte sich vor allem eines: Viele Bürger halten den Standort Leimgrube für falsch.

Soll die freie ­Fläche neben der Landi (rechts) wirklich für ein Depot des RBS geopfert werden? Zahlreiche Dorfbewohner sehen zu viele ­Nachteile.
Soll die freie ­Fläche neben der Landi (rechts) wirklich für ein Depot des RBS geopfert werden? Zahlreiche Dorfbewohner sehen zu viele ­Nachteile.
Thomas Peter

Noch vor Beginn des Workshops herrschte eine gute Stimmung. Die Anwesenden unterhielten sich angeregt und deckten sich mit Getränken sowie Sandwichs ein, die der RBS bereitgestellt hatte. Die Verantwortlichen des Regionalverkehrs Bern-Solothurn (RBS) hatten zusammen mit der Gemeinde und der Interessengruppe (IG) Bätterkinden zu diesem Anlass eingeladen, um über die Pläne des Bahnunternehmens im Dorf zu diskutieren. Etwa 120 Personen waren der Einladung gefolgt.

Die Sache mit dem Richtplan

Gleich drei grössere Projekte sind nämlich geplant: der Ausbau des Bahnhofs mit Verlängerung der Perrons; der Bau eines Wendegleises, damit halbstündlich drei Züge in Bätterkinden kreuzen können; der Bau eines neuen Depots. Vor allem Letzteres ist in Bätterkinden stark umstritten. Seit bald zwei Jahren wehren sich grosse Teile der Bevölkerung gegen das Vorhaben. Die dafür ­gegründete IG Bätterkinden hat über 680 Mitglieder.

Der Kanton hat den Standort Leimgrube beim Bahnhof jedoch provisorisch in den kantonalen Richtplan aufgenommen (wir berichteten). Laut RBS-Projektleiter Mathias Widmer bedeutet das, dass Bund und Kanton den Standortentscheid grundsätzlich stützen. «Die Leimgrube wird nur aus dem Richtplan gestrichen, wenn sich zeigt, dass ein Depot dort technisch nicht machbar ist oder gesetzliche Bestimmungen verletzt werden», so Widmer.

Transparenz verlangt

Nach dieser Einleitung war die Bevölkerung gefragt: An Tischen mit jeweils fünf bis sechs Personen sollte sie ihre Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit den RBS-Projekten diskutieren. Es zeigte sich rasch, wo der Schuh drückt. Viele fürchten sich vor drohenden Emissionen wie Lärm und Lichtverschmutzung. Län­gere Wartezeiten an den Bahnschranken würden ebenfalls nicht goutiert.

Zudem ist vielen die Sicherung der Verkehrswege ein Anliegen. Gerade die Schulwege wurden mehrfach erwähnt. Der Ort des Wendegleises, das in Fahrtrichtung Solothurn in der Nähe des Schulhauses geplant ist, wurde angezweifelt. Zudem verlangten viele vom RBS mehr Transparenz: Wer garantiere der Bevölkerung, dass es später keine weiteren Ausbauten im Dorf gebe? Auch wurde erwähnt, dass mit dem Bau eines Depots die Entwicklung der Gemeinde eingeschränkt werde.

Schliesslich wurden alle diskutierten Punkte gesammelt. Die Anwesenden sollten die Anregungen klassifizieren, damit eine Projektbegleitgruppe mehr Anhaltspunkte hat, worüber sie in den nächsten Monaten sprechen soll.

Zum Schluss war die Stimmung nicht mehr so gelassen wie noch zu Beginn des Abends. Der Mitwirkungsanlass offenbarte nämlich ein grundsätzliches Problem: Nach wie vor zweifeln viele Bätterkinder den Standort an. Alt-Regierungsstatthalter Markus Grossenbacher, der die Projektbegleitgruppe leitet, betonte jedoch: «Die Gruppe hat nicht die Aufgabe, einen neuen Standort zu evaluieren. Es geht darum, die Machbarkeit eines Depots auf der Leimgrube zu prüfen und offene Fragen zu klären.»

Im Juni wird wieder informiert

Die Projektbegleitgruppe nimmt Ende Februar ihre Arbeit auf und umfasst 28 Personen. Über die Hälfte davon steht den Depotplänen kritisch gegenüber: 8 Direktbetroffene, 5 Vertreter der IG und 4 von der Gemeinde. Auch der RBS, die Burgergemeinde, der Kanton und ein Planungsbüro stellen Mitglieder. Dazu kommt Bätterkindens Schulleiter.

Bis voraussichtlich Ende Mai wird sich die Gruppe mehrmals treffen. Mitte Juni werden die Teilnehmenden des Workshops über die Resultate der Projektbegleitgruppe informiert. Bereits diesen Sommer will der RBS zudem einen Architekturwettbewerb für das Depot lancieren.

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