«Die Kräiliger sind völlig ausgeschlossen vom ÖV»

Bätterkinden

Mittels Petition fordern die Bürger Bätterkindens wieder einen Busbetrieb nach Kräiligen. Die Linie ist stillgelegt, weil die Auslastung zu gering war.

In Bätterkinden fordern die Bürgerinnen und Bürger mittels Petition, dass die Buslinie nach Kräiligen wieder den Betrieb genommen wird.

In Bätterkinden fordern die Bürgerinnen und Bürger mittels Petition, dass die Buslinie nach Kräiligen wieder den Betrieb genommen wird.

(Bild: Andreas Marbot)

Tobias Granwehr

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 wurde die Buslinie Bätterkinden–Kräiligen–Lohn stillgelegt. Die zuständige Regionalkonferenz begründete den Entscheid mit einer ungenügenden Auslastung. Kaum war der Entscheid gefällt, ging ein Aufschrei durch Bätterkinden. An der letzten Gemeindeversammlung wurde das Thema wieder aufgegriffen. Irene Staub wollte vom Gemeinderat wissen, wie der Stand bezüglich Busverbindung nach Kräiligen sei.

Am Beschluss hat sich zwar nichts geändert, doch Gemeinderatspräsident Beat Linder (SVP) ermunterte die Bürger, sich zu engagieren. Das würde die Forderung der Gemeinde nach einer Wiedereinführung der Buslinie verstärken, sagte er. Gesagt, getan. Vier Initianten machten sich daran, eine Petition zu lancieren: Irene Reber, Heinz Brönnimann sowie Irene und Fredy Staub. Innerhalb von etwa fünf Wochen haben sie über 1500 Unterschriften gesammelt, wie Fredy Staub stolz verkündet. Am Mittwoch Nachmittag werden sie die Petition dem Gemeinderatspräsidenten übergeben.

Ein starkes Zeichen

«Ich hätte nie gedacht, dass wir so viele Unterschriften zusammenbringen», sagt Fredy Staub. Gegen tausend Unterzeichnende wohnen in Bätterkinden oder im Ortsteil Kräiligen. Das habe eine Auswertung ergeben. Der Rest seien Auswärtige, zum Beispiel Familienangehörige oder Bekannte von Kräiligern.

«Natürlich können wir eine genügende Auslastung nicht garantieren. Aber wenn so viele Leute in so kurzer Zeit eine Petition unterschreiben, ist das doch ein starkes Zeichen an die Verantwortlichen, die Sache nochmals zu überdenken», sagt er. Es wäre schade, würden am Schluss einfach nur die nackten Zahlen entscheiden.

Die besagten nämlich, dass zu wenige Personen von Bätterkinden über Kräiligen nach Lohn fuhren oder umgekehrt. Staub ist allerdings der Meinung, dass es für die Schliessung der Linie noch weitere Gründe gab: «Wir haben den Eindruck, es brauchte auch Bauernopfer, um den Sparwillen zu demonstrieren.» Dadurch seien die Kräiliger aber völlig ausgeschlossen vom öffentlichen Verkehr. Das sei umso unverständlicher, als der Ortsteil wachse und Leute dorthin gezogen seien in der Annahme, dass es einen ÖV-Anschluss gebe.

Schulbus als Lösung?

Die Initianten sind der Meinung, dass die Politik noch einmal nach Lösungen suchen sollte für eine Busverbindung. Sei es mit dem Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU), der bereits von Solothurn bis nach Lohn verkehre, mit dem RBS oder allenfalls sogar mit dem Schulbus des Schulverbandes untere Emme. Früher sei dieser auch schon einmal für Pendler zugänglich gewesen. «Der Gemeinderat könnte doch prüfen, ob das wieder eine Möglichkeit wäre», sagt Fredy Staub.

Berner Zeitung

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