Zum Hauptinhalt springen

Die Fischer schlagen Alarm

Die Fischer sind ratlos: Der Rückgang der Forelle in Ilfis und Emme scheint sich trotz verschiedener Massnahmen nicht aufhalten zu lassen.

Wenn die Emme wie 2015 in Schüpbach Hochwasser führt, ist das nur einer von verschiedenen Gründen, weshalb die Zahl der Forellen stetig sinkt.
Wenn die Emme wie 2015 in Schüpbach Hochwasser führt, ist das nur einer von verschiedenen Gründen, weshalb die Zahl der Forellen stetig sinkt.
Thomas Peter

Der Jahresbericht ist entmutigend: Toni Liechti, Präsident der Pachtvereinigung Emmental, verlas an der Delegiertenversammlung keine positiven Nachrichten. Die Abgeordneten der 734 Mitglieder des Fischereivereins an der Emme Burgdorf und des Fischereivereins Oberemmental vernahmen unter anderem: «Der Lebensraum der Bachforelle als Ganzes hat sich in den letzten drei Dekaden massiv verschlechtert, das Ökosystem der Emmentaler Fliessgewässer steht kurz vor der Kippe.» Dabei sei der Fisch ein echter Indikator für den schlechten Zustand des Lebensraums Wasser, sagte er.

Kritik an Kurzzeitfischern

Etwas stimme nicht mehr, kritisierte der Präsident, und zwar sowohl mit den Fischern, den Fischen als auch den Gewässern. Seit 1989 erstelle der Kanton Bern für die Fischerei eine Fangstatistik. Diese belege, dass die Zahl der engagierten Fischer mit Jahrespatenten von 13 753 um 44 Prozent auf 7653 (im Jahr 2013) gesunken sei.

Gleichzeitig sei die Zahl der Kurzzeitfischer, die jeweils eine Tageskarte lösten, um 120 Prozent gestiegen. Diese könnten für 25 Franken pro Tag sechs Forellen fangen, mit lediglich oberflächlicher Schulung in Fangtechnik und Tierschutz. Während die Fischer mit Jagd­patenten eine Ausbildung absolviert und für Hege und Pflege von Fisch und Gewässer im letzten Jahr immerhin 6000 Stunden unentgeltlicher Fronarbeit geleistet hätten. Hier erwarte man vom Kanton einen Beitrag.

Minusrekord beim Fang

Zu denken geben Liechti auch die Zahlen zum Fischfang. Wurden 1990 in den Patentgewässern 14 000 Bachforellen gefangen, waren es 2010 nur 6000 Stück und 2015 gerade noch 3665 Fische. Ein Schwund, der nicht zu stoppen sei. Die Gründe für den Rückgang seien vielfältig und bislang nicht abschliessend wissenschaftlich geklärt.

Dazu gehören laut Liechti etwa Hoch- und Niedrigwasser, Wassertemperatur, Störung der Naturverlaichung, verändertes Nahrungsangebot, fehlende Unterstände und Totholz. Die Bachforelle sei sehr anspruchsvoll in Bezug auf ein intaktes Habitat und ein wichtiger Indikator für die Wasserqualität. Ein Umstand, der nicht nur die Fischer, sondern vor allem die ­Öffentlichkeit aufrütteln sollte.

224 000 Eier ausgebrütet

Damit dem Verschwinden der ­Forelle entgegengewirkt werden kann, wurden letztes Jahr 224 000 Eier ausgebrütet. Die Jungtiere werden in der Brut­anstalt Horben aufgezogen und später an verschiedenen Stellen ausgesetzt. Was danach mit den Fischchen geschieht und wie viele über­leben, könne nicht festgestellt werden. Sieben freiwillige Fischereiaufseher haben auf 145 Diensttouren Gewässer und Fischer beobachtet. Dabei kam es zu zwei Anzeigen.

Im Emmesystem werde immer noch eifrig gebaut, stellte Liechti abschliessend fest. Nach den Instandstellungsarbeiten der Unwetter 2014 bearbeiteten die Schwellenkorporationen Projekte zur Längsvernetzung und Aufweitung. Und nach der Erarbeitung der Gefahrenkarten würden sich die Gemeinden daranmachen, Gefahren zu beseitigen, was Jahre dauern, Millionen kosten und ihn als Präsidenten der Pachtvereinigung auf Trab halten werde.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch