Deutliches Votum für den Verkauf

Sumiswald

Mit 78 Prozent Ja-Stimmen haben die Stimmbürger die Veräusserung des bekannten Stettlerhauses sowie den Neubau eines Werk- und Entsorgungshofes gutgeheissen.

<b>Die neuen Besitzer Ulrich und Katharina Kühni</b> (vorne) können sich verschiedene Nutzungen vorstellen.

Die neuen Besitzer Ulrich und Katharina Kühni (vorne) können sich verschiedene Nutzungen vorstellen.

(Bild: Thomas Peter)

«Ich bin sehr glücklich», sagte Sumiswalds Gemeindepräsident Fritz Kohler. Nicht nur er zeigte sich am Sonntagnachmittag an der Medieninformation zur Urnenabstimmung in der Gemeinde mit einem Lachen im Gesicht. Um das Endresultat zu verkünden, war gleich der Gemeinderat in corpore und guter Laune vor Ort.

Denn deutlich sagten die Stimmbürger am Sonntag Ja zum Verkauf des Stettlerhauses sowie zum Neubau eines Werk- und Entsorgungshofes. Gleich 78 Prozent der an der Urnenabstimmung Teilnehmenden oder 1094 Personen sprachen sich für das Vorhaben aus, während 305 Stimmberechtigte ein Nein in die Urne legten.

Dies bei einer Stimmbeteiligung von 37,7 Prozent. «Für Sumiswald ist dies eine recht hohe Beteiligung», betonte der Gemeindepräsident.

Pläne bald umsetzen

Der Grund für das deutliche Bekenntnis der Stimmbürger zu den Bauplänen und dem Hausverkauf sei wohl «in der sachlichen Information durch die Gemeinde zu orten», so Kohler weiter. Und: «Die Stimmberechtigten haben unser Anliegen offenbar verstanden.»

Mit dem klaren Ja zum Kredit von 2,4 Millionen Franken für den Werkhofneubau an der Trachselwaldstrasse in Grünen will die Gemeinde die Baupläne zügig angehen. «Wir werden nun eine Arbeitsgruppe bilden, um das Baugesuch auszuarbeiten», erläuterte Fritz Kobel, Leiter Bau und Betrieb.

Und dabei auch die nötige Umzonung in eine Zone für öffentliche Nutzung angehen. Dies mit dem Ziel, im Spätherbst mit den Bauarbeiten zu starten. Läuft es wie geplant, dürfte der neue Werk- und Entsorgungshof ein Jahr später den Betrieb aufnehmen.

Bis es so weit ist, bleibt der Werkhof im Stettlerhaus an der Marktgasse. Mit dem deutlichen Ja der Stimmbürger geht das markante, denkmalgeschützte Gebäude für 710'000 Franken an Katharina und Ulrich Kühni aus Sumiswald. Gleichzeitig mit dem Verkauf wird den beiden für die Parzelle auf der Eichmatte ein Kaufrecht mit einem Verkaufspreis von 523'000 Franken über zehn Jahre eingeräumt.

20 bis 30 Ideen

«Wir sind sehr erfreut und positiv überrascht», sagte Ulrich Kühni, kurz nachdem das Abstimmungsergebnis bekannt geworden war. Was mit dem baufälligen Stettlerhaus nun geschehe, wisse er noch nicht genau. «Ich habe 20 bis 30 Ideen», hielt er fest. Vorab gehe es nun darum, abzuklären, welche Möglichkeiten dort bewilligungsfähig sind.

«Ziel ist es, etwa in einem Jahr zu wissen, was möglich ist, und dann ein Baugesuch einzureichen.»Ulrich Kühni, Käufer des Stettlerhauses

Vorstellen kann sich Ulrich Kühni verschiedene Nutzungen, wie Wohnen, Gewerbe, Ladenflächen, aber auch, den dortigen Jugendtreff und die Spielgruppe zu integrieren. Ziel sei es, etwa in einem Jahr zu wissen, was möglich sei, und dann ein Baugesuch einzureichen. «Unsere Motivation ist es, die Marktgasse aufzuwerten und etwas für Sumiswald zu tun», betonte er.

Der Gemeindepräsident ging auch auf den neuen Standort für den Werkhof, gleich neben der Reithalle an der Trachselwaldstrasse, ein. Nicht zuletzt deshalb, weil im Vorfeld aus den Reihen des Reitvereins Kritik laut wurde.

Kohler: «An der Vereinbarung, die wir mit dem Reitverein vor rund zwanzig Jahren im Baurechtsvertrag abgeschlossen haben, wird sich nichts ändern.» Und bei grösseren Anlässen werde die Gemeinde den künftigen Werkhof zum Parkieren öffnen.

Berner Zeitung

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