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Der Kompromiss stösst sauer auf

Die Langnauer SP ist enttäuscht. Sie kritisiert den vom Gemeinderat publizierten Verkehrsrichtplan als «mutlos».

Doch keine Begegnungszone am Viehmartkplatz in Langnau. Archivbild: Andreas Marbot
Doch keine Begegnungszone am Viehmartkplatz in Langnau. Archivbild: Andreas Marbot

Als der Gemeinderat und die Planungskommission Anfang 2015 einen neuen Verkehrsrichtplan in die Vernehmlassung schickten, freute sich die SP Langnau. Denn einerseits war vorgesehen, auf den Gemeindestrassen im Siedlungsgebiet ein konsequentes Tempo-30-Regime einzuführen. Andererseits sollte eine Begegnungszone rund um den Viehmarktplatz das Dorfzentrum beleben. Die SP hat damals in ihrer Stellungnahme die Stossrichtung begrüsst und bei der Begegnungszone gar eine Vergrösserung vom Bärenplatz bis zur bereitsbestehenden beim Bahnhof gefordert.

Entsprechend enttäuscht war die Partei dann, als der Gemeinderat am 6. Juni seinen Bericht zur Vernehmlassung publizierte und den neuen Verkehrsrichtplan vorstellte. Denn dieser verzichtet sowohl auf die Begegnungszone als auch auf die flächendeckende Umsetzung der 30er-Zone.

«Die SP Region Langnau bedauert diesen Entscheid. Er ist mutlos», schreibt die Partei in einer Medienmitteilung. Die Ausnahmen im flächendeckenden 30er-Regime schienen zufällig und seien für sie verkehrstechnisch nicht nachvollziehbar. «Der heute vorliegende Verkehrsrichtplan ist klar schlechter als die von der Planungskommission und dem Gemeinderat vorgeschlagene Version von 2015.»

«Einseitig gewichtet»

Die SP hat dem Bericht zudem entnommen, dass über die Vereinigung Pro Langnau (VPL) gut ein Dutzend Antworten eingegangen seien, die sich gegen jeg­liche Entschleunigungsmassnahmen stellten. Mit der einsei­tigen Zusammenfassung in vier Gruppen (Einzelpersonen, Parteien/Vereine, Gewerbe/Gastro und Detailhandel) werde der Stimme aus der VPL viel zu viel Gewicht beigemessen. Die 133 Eingaben der Einzelpersonen würden gleich stark gewichtet wie die 7 Eingaben aus der Gruppe ­Gewerbe/Gastro.

Eine solch einseitige Gewichtung führe zu einem falschen ­Eindruck der tatsächlichen Verhältnisse. «Die Mehrheit der ­ein­gereichten Stellungnahmen unterstützt das flächendeckende 30er-Regime im Siedlungsgebiet und die Begegnungszone im Dorfkern», stellt die SP fest und schreibt: «Es ist unverständlich, dass das Gewerbe einen entschleunigten und damit attraktiven Dorfkern nicht als Chance ­sehen kann.» Der Druck auf das Gewerbe sei auf ein geändertes Einkaufsverhalten der Konsumenten zurückzuführen. Das gefahrene Tempo auf den Strassen habe damit nichts zu tun.

Die SP fordert den Gemeinderat in ihrer Medienmitteilng nun auf, der Mehrheit der Stellungnahmen Folge zu leisten. Denn der Verkehrsrichtplan solle eine Vision und «nicht einen mutlosen, einseitigen Kompromiss» darstellen. Sie hofft zudem, dass die Gemeinde möglichst bald mit Entschleunigungsmassnahmen startet.

(pd)

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