Kirchberg

Den Legionellen keine Chance geben

Kirchberg Im Saalbau in Kirchberg wird die Öl- durch eine Gasheizung ­ersetzt. Sie wurde bewusst nicht während der grossen ­Sanierung des Gebäudes vor vier Jahren erneuert. Das Heizsystem dient dort vor allem unterstützend an Schlechtwettertagen oder zum ­Abtöten von Bakterien.

Im Mehrzweckgebäude wird für 150 000 Franken die Wärmequelle ausgetauscht.

Im Mehrzweckgebäude wird für 150 000 Franken die Wärmequelle ausgetauscht. Bild: Thomas Peter

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Die Sanierung des Saalbaus in Kirchberg in den Jahren 2013 und 2014 wirbelte im Sommer 2016 mächtig Staub auf in der ­Gemeinde. Es stellte sich heraus, dass die Gesamtsanierung 1,16 Millionen Franken teurer wurde als vorgesehen. Die Stimmbürger lehnten den fälligen Nachkredit an der Urne ab und verpassten dem Gemeinderat somit einen Denkzettel.

Danach war das Thema jedoch abgeschlossen und kam nicht mehr zur Sprache.Nun hat die Gemeinde ein Baugesuch publiziert für den Ersatz der Heizung im Saalbau. Weshalb wird nur etwa vier Jahre nach der umfassenden Gebäudesanierung die Heizung ausgetauscht? Gemeinderatspräsidentin Marianne Nyffenegger hat mit dieser Frage gerechnet: «In der dama­ligen Planung war das nicht vorgesehen», erklärt sie. «Wir wollten nicht etwas ersetzen, das noch einwandfrei funktioniert.» Man habe aber gewusst, dass der Ersatz der Ölheizung irgendwann fällig werde. Sie laufe zwar noch, aber im Heizkessel sei Rost festgestellt worden, so Nyffen­egger. Deshalb habe sich der Gemeinderat entschieden, jetzt tätig zu werden.

Das Wasser erhitzen

Der Ratspräsidentin ist es wichtig, zu betonen, dass der Ersatz heute nicht mehr kostet, als wenn das neue Heizsystem vor vier Jahren während der Gesamtsanierung beschafft worden wäre. Der Gemeinderat hat laut Nyffen­egger einen Kredit von 150 000 Franken für den Ersatz gesprochen.

Im Saalbau geschehe die ­Wassererwärmung mehrheitlich über die Sonnenkollektoren der Sporthalle Grossmatt. Die Ölheizung sei eine Sekundärheizung, sagt Nyffenegger. Sie werde unterstützend an Schlechtwettertagen oder zur Legionellenbekämpfung bei der Warmwasseraufbereitung benötigt. Dies ist insofern wichtig, als die Truppenunterkunft praktisch durch­gehend vom Militär belegt ist. Das Wasser müsse zum Abtöten der Bakterien zuerst stark erhitzt werden, bevor es genutzt werden könne, erklärt die Gemeinderatspräsidentin.

Aus ökologischen Gründen

Der Kirchberger Gemeinderat hat sich entschieden, die bestehende Öl- durch eine Gasheizung zu ersetzen. Dies vor allem aus zwei Gründen: «Einerseits ist eine Gasheizung ökologischer als eine mit Öl», sagt Nyffenegger. Andererseits brauche sie auch deutlich weniger Platz. Das hat zur Folge, dass der Öltank rückgebaut werden kann und dadurch ein zusätzlicher Lagerraum entsteht. «Und mehr Raum kann man in einem Mehrzweckgebäude immer brauchen», sagt sie überzeugt. Der Ausbau des Tanks sei nicht schwierig, da er gut zugänglich sei. Der Rückbau verursache also keine immensen Kosten. Im Übrigen sei auch die Hauptleitung der Gasversorgung im Quartier beim Saalbau bereits vorhanden.

Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 25. September. Geht alles glatt, soll die 40-jährige Ölheizung laut Nyffenegger noch vor dem Winter ersetzt werden. Am bisherigen System, bei dem die neue Gasheizung als Absicherung und für die tägliche Legionellenbekämpfung diene, werde sich künftig ebenfalls nichts ändern.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 11:41 Uhr

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