Zum Hauptinhalt springen

Das Wasser weckt die Wut

Der Gemeinderat will neu Wasser aus Rüegsauschachen beziehen. An der Gemeindeversammlung kam dieses Vorhaben nicht bei allen gut an.

Die Tage des Grundwasserpumpwerks Farbschachen sind bald gezählt. Nun sorgt die Wasserversorgung im Dorf für Diskussionen.
Die Tage des Grundwasserpumpwerks Farbschachen sind bald gezählt. Nun sorgt die Wasserversorgung im Dorf für Diskussionen.
Marcel Bieri

«Warum lässt ihr euch auf so einen Kuhhandel ein? Glaubt ihr alles, was das Amt für Wasser und Abfall vorschreibt?» Ein Anwesender machte seiner Wut an der Gemeindeversammlung in Lützelflüh Luft, nachdem Gemeindepräsident Andreas Meister (SVP) über den neuen Wasser­bezugsort informiert hatte. Denn Lützelflüh muss das Grundwasserpumpwerk Farbschachen schliessen, das fordert das Amt für Wasser und Abfall (AWA) seit längerem.

Dies, weil die gesetz­lichen Vorschriften nicht mehr eingehalten werden können.Nun zeichnet sich eine erste Lösung mit der Wasserversorgungsgenossenschaft Rüegsau ab. Geplant ist der Bau einer Leitung vom Pumpwerk Schlossberg im Rüegsauschachen (Gemeinde Lützelflüh) in Richtung Gotthelfdorf. Die Kosten dafür betragen etwa 400'000 Franken.

Geprüft wird zudem der Zusammenschluss der Wasserversorgungen Lützelflüh und Rüegsau zu einem Verbund. In einem weiteren Schritt muss der Gemeinderat einen zweiten Wasserbezugsort finden, damit die Versorgungssicherheit gewährleistet ist. Hier sind Sumiswald oder die Vennersmühle Optionen.

Wasserquellen auf der Egg

Der erzürnte Bürger betonte, dass die Gemeinde über eigene Wasserreserven verfüge. «Wieso nimmt man nicht Wasser von den gemeindeeigenen Quellen ober-halb der Buchegg oder erschliesst neue Quellen auf der Egg?»

Die bestehenden Quellen könnten die benötigte Wassermenge von 500 Kubik pro Tag nicht liefern, entgegnete Meister, die Ergiebigkeit betrage bloss etwa 35 Kubik im Tag. Und die Quellen auf der Egg würden schon seit vielen Jahren nicht mehr unterhalten. Neue Fassungen wären notwendig, und auch hier müssten die Schutzzonen errichtet werden.

«Die bestehenden Quellen können die benötigte Wassermenge von 500 Kubik pro Tag nicht liefern.»

Andreas Meister, Gemeindepräsident

Nur in Notsituationen

Ob das Grundwasserpumpwerk Farbschachen geschlossen wer-de, wenn eine Gesamtlösung gefunden sei, lautete die Frage eines anderen Stimmbürgers. «Ja», sagte Sabrina Bahnmüller vom AWA. Einzig bei einer Notsituation wie einem Erdbeben könnte man allenfalls erneut darauf zurückgreifen.

Ein anderer Stimmbürger lobte die Vorgehensweise des Gemeinderates und gab zu bedenken, dass ein Zusammenschluss zu einem Wasserverbund sich allenfalls als kostengünstigere Variante entpuppen könnte als die bisherige.

Teurer als angenommen

Ein weiteres Traktandum war die Kreditüberschreitung bei der Sanierung des Primarschulhauses. Die 2013 an der Urne vom Volk genehmigten 4 Millionen Franken reichten nicht dafür aus, sämtliche Handwerkerrechnungen zu begleichen. «Vor allem die Malerarbeiten fielen höher aus als angenommen», so Meister. Die Genehmigung des Nachkredits von knapp 350'000 Franken lag in der Kompetenz des Gemeinderates.

Da das Schulhaus in neuem Glanz erscheint, ist nun das Gemeindehaus an der Reihe. Ratsmitglied Franz Held informierte über die geplante Sanierung. Vorgesehen sind unter anderem der Einbau von neuen Fenstern, die Dämmung des Estrichbodens und die Erneuerung der Fassade. Das Vorprojekt wurde bereits vom Gemeinderat verabschiedet. Das letzte Wort hat die Bevölkerung: Im September kommt das 1,25 Millionen-Franken-Geschäft an die Urne.

Die 65 Anwesenden genehmigten die Jahresrechnung 2016. Diese schliesst im Gesamthaushalt mit einem Ertragsüberschuss von gut 60'000 Franken ab.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch