Langnau

Das ist der Weg zum zweiten Eisfeld

LangnauNoch viele Hürden müssen überwunden werden, ehe die Bauern eine neue Markthalle und die Tigers ein zweites Eisfeld bekommen werden. Aber jetzt ziehen alle Akteure am gleichen Strick.

Jetzt ziehen alle am gleichen Strick: Bernhard Antener, Ernst Kühni, Beatrice Wüthrich, Walter Sutter, Hansueli Lüthi und Christine Aeschlimann (von rechts) hoffen, dass die Reithalle in Schüpbach künftig als Markthalle genutzt werden kann.

Jetzt ziehen alle am gleichen Strick: Bernhard Antener, Ernst Kühni, Beatrice Wüthrich, Walter Sutter, Hansueli Lüthi und Christine Aeschlimann (von rechts) hoffen, dass die Reithalle in Schüpbach künftig als Markthalle genutzt werden kann. Bild: Thomas Peter

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Als Langzeit-Gemeindepräsident von Langnau hat Bernhard Antener schon manch schwieriges Geschäft eingefädelt. Aber keines sei so komplex gewesen wie jenes, das er nun auf dem Schlitten zu haben glaubt.

Am Dienstag präsentierte er den Medien den Weg, der dazu führen könnte, dass die Tigers am Ende ein zweites Eisfeld haben werden. Und dem Verband Markthalle Oberes Emmental eine Infrastruktur beschert würde, die den Bedürfnissen der Tiervermarktung optimal entspricht.

Zudem könnte sich der Reitverein oberes Emmental über bessere Trainingsbedingungen freuen, und in der Gemeinde Langnau entstünde erst noch ein neues Stück rares Gewerbeland. Kommt hinzu, dass die riesige Reithalle im Hübelischachen, Gemeinde Signau, nicht mehr leer stehen würde.

Es könnten also verschiedene Probleme auf einen Streich gelöst werden. Könnten. Das Geschäft besteht aus einem Rattenschwanz von Bedingungen. «Wird eine nicht erfüllt, ist alles gestorben», sagte Antener gestern.

Mit am Tisch sassen Ver­treter aller Gruppen, deren Interessen hin­einspielen. Allesamt äusserten sie den Willen, den vorgezeigten Weg zu gehen. Ernst Kühni, der mit seinem Bruder das Land mit der Reithalle in Schüpbach kaufte, hat den ersten Schritt bereits getan.

Der Kanton, der grundsätzlich grünes Licht gab für den Bau der Zufahrtsstrasse über Landwirtschaftsland, ebenso. Und auch der Signauer Gemeinderat, der eine Überbauungsordnung ausarbeiten lässt.

Das Volk redet mit

Ab nun sind die Drahtzieher auf die Zustimmung verschiedener Gremien angewiesen. In Signau wird erst die Gemeindeversammlung – voraussichtlich im Dezember 2018 – mit der Genehmigung der Überbauungsordnung zeigen, ob die Pläne genehm sind.

Die erste Prüfung muss das Vorhaben bereits in einem Monat, am 11. Dezember, an der Sitzung des Grossen Gemeinderates von Langnau bestehen. Der Gemeinderat beantragt dem Parlament einen Kredit von 700'000 Franken, der dem Verband Markthalle als Ersatzinvestition in Schüpbach dienen soll.

Peter Jakobs Sport und Event AG, die das zweite Eisfeld bauen will, steuert laut Antener weitere 400'000 Franken bei. Damit würde das Baurecht des Verbands Markthalle aufgelöst. Gleichzeitig möchte der Gemeinderat der Sport und Event AG ein solches einräumen.

Eine Schuld wird fällig

An der gleichen Sitzung will der Langnauer Gemeinderat dem Parlament eine Volksabstimmung schmackhaft machen: Bei der Sanierung und Erweiterung der Ilfishalle gewährte der Bund für den Annexbau der Jakob AG ein zinsloses Darlehen von 4 Millionen Franken. Dieses wäre der Jakob AG zugestanden, die aber auf die Auszahlung verzichtete, wie Antener am Dienstag erklärte.

Eine Million habe die Gemeinde inzwischen zurückgezahlt. Für die Realisierung des zweiten Eisfeldes sei Jakob nun aber auf die Übertragung des Restkapitals angewiesen. Darüber soll das Langnauer Stimmvolk am 4. März 2018 befinden.

Sutter zieht mit

Der Verband Markthalle benötigt die insgesamt 1,1 Millionen Franken, damit er sich in die Halle in Schüpbach einkaufen kann. Zudem muss er in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, damit Bund und Kanton Beiträge sprechen. Auch die Umteilung der Reithalle Langnau in eine Arbeitszone muss gelingen, damit der Reitverein Oberemmental seine in die Jahre gekommene Halle veräussern und sich ebenfalls an jener in Schüpbach beteiligen kann.

Bernhard Antener betonte, dass die Gemeinde Langnau keine Investitions- oder Betriebsbeiträge an das zweite Eisfeld leisten werde. Aber es ist ihr Präsident, der die Koordination der Abklärungen übernommen hat. Ende Jahr jedoch übergibt Antener das Präsidium an Walter Sutter, der sich in der Vergangenheit gegenüber den Plänen skeptisch geäussert hatte.

Am Dienstag nun bekannte auch er sich zu dem vor­gezeichneten Weg. «Ich bin froh, stehen wir heute an diesem Punkt, an dem wirklich alle in die gleiche Richtung ziehen», sagte er. Hansueli Lüthi betonte als Präsident des Verbands Markthalle Oberes Emmental: «Wenn die Zufahrtsstrasse realisiert werden kann, gibt das einen idealen Vermarktungsort.»

Er sprach gar von einer «Superhalle», die in Schüpbach entstehen werde. Beatrice Wüthrich als Präsidentin des Reitvereins Oberemmental sieht in dem Projekt eine «einmalige Chance», dank der ihr Verein zu einer dreimal grösseren Reitfläche kommen kann. «Unser Gemeinderat steht voll dahinter und wird alles tun, damit das Projekt zustande kommt», versicherte auch die Signauer Bauvorsteherin Christine Aeschlimann.

Die Risiken des Scheiterns

Was aber, wenn es scheitert? Dann wird Peter Jakob keine 18 bis 20 Millionen Franken investieren, und das Unternehmen SCL Tigers kann sich nicht weiterentwickeln. Das Parkplatzproblem bei Viehmärkten in Langnau bleibt bestehen. Ernst und Ulrich Kühni bleiben auf einer Parzelle von 14'000 Quadratmetern sitzen und hätten rund eine Million Franken verloren. Aber daran mag Ernst Kühni gar nicht denken: «Ich habe von Anfang an daran geglaubt, dass es zustande kommt.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 14.11.2017, 18:44 Uhr

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