Das ist der Siegermuni des «Kantonalen»

Utzenstorf

Jetzt sind sie auf dem Platz, die Lebendpreise des Bernisch-Kantonalen Schwingfestes. Der Star unter ihnen ist Siegermuni Lenkor, ein gemütlicher Kerl.

Der Muni Lenkor: Um ihn kämpfen die Schwinger am Bernisch Kantonalen Schwingfest in Utzenstorf.

Jakob Fankhauser öffnet die Tür des Anhängers. Ein Kopf lugt hervor. Der Muni mit einem Gewicht von über einer Tonne ist die Ruhe selbst, er lässt sich ohne zu bocken am Halfter führen. Fast gemächlich trottet das mächtige Tier vorwärts. Zur Angewöhnung an den neuen Ort gibt es erst einmal einen Apfel, seine Leibspeise, bevor er in den Stall kommt und angebunden wird. Er begrüsst mit einem Stups seine Nachbarin Eibe, ein Holsteinrind. Dann wendet er sich dem Heu zu.

So zog gestern Nachmittag der tierische Star des Bernisch-Kantonalen Schwingfestes, Siegermuni Lenkor, auf dem Gelände in Utzenstorf ein. Mit ihm die wei­teren Lebendpreise: die Rinder Eibe, Hilaria, Ronja und Schmitte Gala. Die beiden Fohlen Harriet und Nelly waren schon vor ihnen dort.

Ein Tag bleibt den Tieren, um sich an den offenen Stall zu gewöhnen, ehe die Besucherströme an ihnen vorbeiziehen werden. Die Tiere werden während des Schwingfestes, das von Freitag bis Sonntag dauert, rund um die Uhr abwechselnd von drei Helfern aus der Landwirtschaft betreut und bewacht.

Lenkor sollte der Rummel nicht viel ausmachen, die Besitzer Jakob und Isabel Fankhauser aus der Gemeinde Lützelflüh haben schon längere Zeit mit dem knapp dreijährigen Swiss-Fleckvieh-Stier trainiert. Seit über 20 Jahren halte er Stiere, sagt Fankhauser und tätschelt das Tier.

Seine Frau ergänzt: «Lenkor ist ein ruhiger, zufriedener Muni. Er scharrt und brummelt nicht.» Ganz wie sein Vater. Der ist kein Geringerer als Fors vo dr Lueg, den Schwingerkönig Matthias Sempach am «Eidgenössischen» 2013 in Burgdorf gewann. Lenkor ist seinen Besitzern ans Herz gewachsen, am liebsten würden sie ihn wohl nach dem Fest wieder zurücknehmen.

Gut möglich, dass der Stier auf seinen angestammten Hof zurückkehren kann, denn die meisten «Bösen» entscheiden sich für den Geldwert des Tieres.

Der Name Lenkor setzt sich übrigens aus dem Ort Lenk und dem französischen Wort «or» für Gold zusammen. Die Bergbahnen Lenk sind Sponsor des Kirchberger Schwingklubs.

Berner Zeitung

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