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Auf der A1 bei Kirchberg droht mehr Stau

Zwischen Alchenflüh und der Solothurner Kantonsgrenze soll ab 2020 die A1 saniert werden. Beim Rastplatz Chölfeld werden die Ein- und die Ausfahrtsspur verlängert. Im Utzenstorfer Wald muss daher auch ein Bach ­weichen.

Ein Blick von der Brücke zwischen Utzenstorf und Koppigen Richtung Kirchberg. Dieser A1-Abschnitt braucht eine Erneuerung.
Ein Blick von der Brücke zwischen Utzenstorf und Koppigen Richtung Kirchberg. Dieser A1-Abschnitt braucht eine Erneuerung.
Thomas Peter

Baustellen auf Autobahnen strapazieren immer wieder die Nerven der Auto- und der Lastwagenfahrer. Denn Bauarbeiten auf den Hauptverkehrsachsen haben langsameres Fahren und häufig auch Staus zur Folge. Dieses Szenario droht auch auf der A1 zwischen Kirchberg und Kriegstetten.

Doch der Bund als Strasseneigentümer hat dafür zu sorgen, dass sich die Nationalstrassen in einem guten Zustand befinden und sicher sind. Entsprechend müssen sie von Zeit zu Zeit saniert werden.

Acht Kilometer lange Strecke

Ab 2020 ist ein Abschnitt vorgesehen, der durch fünf Gemeinden des unteren Emmentals führt: Rüdtligen-Alchenflüh, Kirchberg, Utzenstorf, Ersigen und Koppigen. Die etwa acht Kilo­meter lange Strecke bis zur Grenze zum Kanton Solothurn werde vollumfänglich instand gesetzt und den heutigen Strassennormen angepasst, erklärt Mark Siegenthaler, Mediensprecher des Bundesamtes für Strassen (Astra).

Saniert werden der Belag, der Mittelstreifen, die Über- und Unterführungen, die Leitplanken sowie die Zu- und Wegfahrt zum Rastplatz Chölfeld. Ebenso werde die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung der Autobahn auf den neusten Stand gebracht, sagt er.

Streifen sind zu kurz

Grösstenteils befindet sich die Baustelle auf der A1 selbst. Sie hat jedoch auch Einfluss auf die umliegende Natur. Beim Rastplatz Chölfeld in Fahrtrichtung Bern hat sich laut Siegenthaler gezeigt, dass die Einfahrtsspur sowie der Beschleunigungsstreifen gemäss den heutigen Normen zu kurz sind. Das soll mit diesem Projekt nun korrigiert werden. Dafür muss jedoch der angrenzende Oberholzbach verlegt werden.

Der Beschleunigungsstreifen ist derzeit 210 Meter lang. Wegen der niedrigen Einfahrtsgeschwindigkeit müsse der Streifen auf 440 Meter verlängert werden, erklärt Siegenthaler. Die Einfahrt zum Rastplatz, der sogenannte Verzögerungsstreifen, weist derzeit eine Länge von 128 Metern auf und soll um 70 Meter verlängert ­werden.

Diese Massnahmen haben zur Folge, dass die Strasse zu nahe an den Oberholzbach kommen würde. Deshalb soll das Gewässer auf einer Länge von circa 900 Metern verlegt werden. «Der neue Bachverlauf wird in Richtung Wald verschoben und möglichst naturnah gestaltet», sagt Siegenthaler. Der jetzige Verlauf entlang der Autobahn werde dagegen aufgeschüttet (siehe Kasten).

Involviert ist insbesondere die Gemeinde Utzenstorf, die für das Projekt Land ans Astra und an private Eigentümer abtritt und im Gegenzug die erweiterte Bachparzelle inklusive einem «ökologisch aufgewerteten Bach» erhält, wie es im Projektdossier heisst. Siegenthaler weist darauf hin, dass die Bachverlegung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachstellen geplant und ausgeführt werde und dass «dadurch neuer Lebensraum geschaffen werden kann».

70'000 Fahrzeuge pro Tag

Der Astra-Mediensprecher sagt, der Abschnitt Kirchberg–Krieg­stetten sei vergleichsweise einfach zu sanieren. Denn es handle sich um eine mehr oder weniger gerade Strecke ohne Verzweigungen, und sie verlaufe grösstenteils ausserhalb des Siedlungs­gebietes auf ebenem Terrain.

Neben der Autobahn selbst sind allerdings noch die Überdeckung Alchenflüh und einige Brücken vom Projekt betroffen: Zunächst unterquert die A1 die Bahnlinie, danach überquert sie die Emme. Weiter Richtung Norden führt die Kantonsstrasse zwischen Kirchberg und Utzenstorf ebenso über die Autobahn wie jene ­zwischen Utzenstorf und Koppigen.

Dazwischen liegen noch die Wildtierquerung sowie eine Brücke mit einer kleinen Waldstrasse. Schliesslich folgt noch die Brücke über die Autobahn zwischen Koppigen und Obergerlafingen. «Diese musste allerdings bereits im vergangenen Jahr ­saniert werden, weil sie starke Schäden aufwies», so Siegen­thaler.

Der Autobahnabschnitt zwischen Kirchberg und Kriegstetten wurde Mitte der Sechzigerjahre eröffnet. Der nun von der Sanierung betroffene Teil weist heute laut Astra eine mittlere Auslastung von etwa 70'000 Fahrzeugen pro Tag auf.

Zum Vergleich: Zwischen Kirchberg und Bern verkehren laut Siegen­thaler zwischen 80'000 und 100'000 Fahrzeuge pro Tag, im Bereich Luterbach–Härkingen seien es über 90'000 täglich. Und im Raum Zürich über 130'000 pro Tag.

Kosten: Über 150 Millionen

Die Arbeiten an der A 1 selbst müssen zwar nicht öffentlich aufgelegt werden, hingegen werden die erforderliche Landbeanspruchung sowie Baumassnahmen auf Fremdparzellen amtlich publiziert. Das umfangreiche Projektdossier kann nun auf den fünf Gemeindeverwaltungen eingesehen werden.

Die Kosten werden auf etwa 166 Millionen Franken geschätzt. Seit mehreren Jahren wird im Astra an diesem Projekt gearbeitet. Läuft alles planmässig, werden die Hauptarbeiten 2020 und 2021 ausgeführt. Noch heisst es auf diesem A1-Abschnitt also: freie Fahrt.

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