Burgdorf

Was bleibt von der Fachhochschule?

BurgdorfVerschwindet die Berner Fachhochschule dereinst aus Burgdorf? SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler befürchtet dies. Die Erziehungsdirektion stellt für das kommende Frühjahr einen Bericht in Aussicht.

Der Fachhochschulstandort Burgdorf ist trotz eines Bekenntnisses des Grossen Rates noch nicht definitiv gesichert.

Der Fachhochschulstandort Burgdorf ist trotz eines Bekenntnisses des Grossen Rates noch nicht definitiv gesichert. Bild: Thomas Peter

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«Ich habe Angst, dass Burgdorf als Standort der Berner Fachhochschule auf der Strecke bleiben wird», sagt SVP-Grossrätin Sabina Geissbühler auf Anfrage. Die Bildungspolitikerin aus Herrenschwanden war bis vor drei Jahren Mitglied der Kommission, welche den Bericht zur Standortkonzentration der Berner Fachhochschule (BFH) erarbeitet hatte. Zwar sei sie dafür, dass Departemente konzentriert würden, jedoch dürfe Burgdorf nicht leer ausgehen.

Just dies befürchtet Geissbühler, zumal Anfang September Gerüchte kursierten, wonach die aus Vertreterinnen und Vertretern der Standortstädte und des Grossen Rates zusammengesetzte Begleitgruppe dem Standort Burgdorf kritisch gegenüberstehe. Regierungsrat Bernhard Pulver erklärte darauf gegenüber dieser Zeitung, es sei kein Entscheid gefällt worden.

Wurde in Bern investiert?

Trotzdem: Obwohl sich auch der Grosse Rat im März 2012 für einen BFH-Standort im Emmental ausgesprochen und hierzu eine Planungserklärung verabschiedet hatte, traut Geissbühler der Sache nicht so recht. In dieser Septembersession verlangte sie deshalb mittels Anfrage an die kantonale Erziehungsdirektion Klarheit.

Ob es zutreffe, dass seit dem Grundsatzentscheid des Grossen Rates für die drei Standorte vor allem in Bern in einen Ausbau investiert worden sei, wollte Geissbühler wissen. «Es werden keine Investitionen in Ausbauprojekte zugunsten der BFH getätigt, welche das Ergebnis der Standortanalyse und des Variantenvergleichs vorwegnehmen würden», versicherte der Regierungsrat namens der Erziehungsdirektion. Bis der Entscheid zur Standortkonzentration gefällt und die für deren Umsetzung erforderlichen Neubauten erstellt seien, würden lediglich Ausgaben getätigt, die für den ordentlichen Betrieb der heutigen BFH-Standorte notwendig seien.

Dabei würden entweder bestehende Bauten des Kantons für eine befristete Nutzung angepasst oder Mietverträge abgeschlossen. Von diesen Ausführungen zeigt sich Geissbühler auf Anfrage nicht ganz zufrieden. Deshalb überlege sie sich jetzt noch die Einreichung einer Interpellation.

Wissen wollte die SVP-Grossrätin vom Regierungsrat ebenso, wie hoch die Ausbaukosten für die Berner Fachhochschule seit der Weichenstellung des Kantonsparlaments ausgefallen seien. Für den Campus Technik in Biel habe der Grosse Rat den Projektierungskredit von 24,5 Millionen Franken am 4. Juni 2014 genehmigt, hält der Regierungsrat in seiner Antwort fest.

Und: «Ausgaben für andere Ausbauprojekte als der Campus Technik Biel/Bienne zugunsten der BFH wurden seit dem Grossratsentscheid von 2012 keine getätigt.» Übergangslösungen würden gegenwärtig für Teile des Departements Hochschule der Künste der BFH mit einem Nutzungshorizont bis längstens 2025 erstellt.

Entscheid im Frühjahr 2016

Nicht aufs Glatteis führen liess sich die Regierung bezüglich der Frage, welche Departemente Burgdorf dereinst erhalten werde. «Es wurden noch keine Entscheide zur zweiten Etappe der Standortkonzentration der BFH nach der Zusammenführung der technischen Departemente im Campus Biel gefällt», heisst es in der Antwort der Kantonsregierung. Bericht und Antrag des Regierungsrats zu dieser Frage sollen dem Grossen Rat im Frühjahr 2016 vorgelegt werden.

Möglich wäre auch, dass eine von der Erziehungsdirektion entwickelte Variante zum Zug kommt: Die Technische Fachschule Bern (TF Bern), bekannt unter dem Namen «Lädere», könnte von Bern nach Burgdorf umgesiedelt werden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 23.09.2015, 06:02 Uhr

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