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Wollte die Mutter ihr Kind töten?

Im Streit warf eine überforderte 26-jährige Frau aus einer Oberaargauer Gemeinde ihren Säugling dem gewalttätigen Kindsvater vor die Füsse. Das Kleinkind erlitt einen Schädelbruch. Jetzt wird der Fall vor Gericht verhandelt.

«Du wirst immer mehr wie deine Mutter», warf er im Streit seiner Freundin an den Kopf. Dieser Satz führte offenbar dazu, dass die andauernden Auseinandersetzungen des jungen Paars eskalierten. Von monatelanger Unterdrückung ist die Rede, von Schlägen während der Schwangerschaft, Abhängigkeit, psychischer Instabilität und sozialer Isolation. Was aber an diesem Tag vor rund zwei Jahren in einer Oberaargauer Gemeinde passierte, lässt sich kaum in Worte fassen – und noch viel weniger erklären.

Auf dem Bett kommt es an diesem Abend zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Eltern, unmittelbar neben ihrem kranken, schreienden Kleinkind. Der Vater schlägt auf die Mutter ein, verpasst ihr ein blaues Auge. Danach verlässt er das Zimmer, zieht sich die Schuhe an und will – wie so oft, wenn sie sich streiten – nichts wie raus aus der gemeinsamen Wohnung. Seine Freundin, verletzt und verzweifelt, packt das Kind und wirft es durch den Raum. Dem Vater hinterher, ihm vor die Füsse. Er beschimpft sie («Kindsmörderin»), verlässt das Haus.

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