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Stadt warnt – Post entscheidet

Der Gemeinderat Langenthal befürchtet Engpässe und Suchverkehr bei der Bahnhofpost. Das geht aus den Antworten zu zwei Interpellationen zur angekündigten Schliessung der Poststelle am Löwenplatz hervor.

Die Poststelle 1 am Bahnhof soll bald die einzige sein in Langenthal. Der Gemeinderat ist gegen die Schliessung der Poststelle 2 am Löwenplatz und befürchtet unerwünschten Suchverkehr beim Bahnhof.
Die Poststelle 1 am Bahnhof soll bald die einzige sein in Langenthal. Der Gemeinderat ist gegen die Schliessung der Poststelle 2 am Löwenplatz und befürchtet unerwünschten Suchverkehr beim Bahnhof.
Robert Grogg

Am 4.Mai wurden gleich zwei Interpellationen zu der von der Post angekündigten Schliessung der Poststelle Langenthal 2 eingereicht. Die SVP-Fraktion sowie die Stadträte Markus Bösiger (FDP) und Pascal Dietrich (JLL) stellten teils ähnliche Fragen, die jetzt durch den Gemeinderat schriftlich beantwortet wurden.

Vertreter der Post hätten zwischen Februar 2010 und September 2014 insgesamt zehn Gespräche mit einer Vertretung des Gemeinderates geführt. Begründet worden sei die beabsichtigte ersatzlose Schliessung unter anderem mit der geringeren Nachfrage, geändertem Kundenverhalten und somit wirtschaftlichen Überlegungen.

Der Gemeinderat habe diese Zahlen der Post aber nicht verifizieren können. Die Zusammenführung beider Poststellen an einem neuen gemeinsamen Standort sei gescheitert, so wie auch eine Agenturlösung – trotz vertieften Abklärungen bei sieben potenziellen Partnern.

Stadt befürchtet Engpässe

Deshalb, so der Gemeinderat, habe die Post entschieden, ihre Geschäfte auf die Poststelle 1 am Bahnhof zu konzentrieren. Für diesen Standort würden die zentrale Lage, eine gute Parkplatzsituation für Privat- und Geschäftskunden sowie die vorhandenen Postfächer sprechen. Ausserdem wolle die Post zwei zusätzliche Schalter anbieten und die Öffnungszeiten über den Mittag erweitern.

Mit dieser Einschätzung ist der Gemeinderat allerdings nicht einverstanden. Für die rund fünftausend Einwohner des südlichen Stadtgebietes sei die Post am Bahnhof kaum mehr zu Fuss erreichbar. «Engpässe bei der Poststelle 1 sind vorprogrammiert und können augenscheinlich nicht durch zwei zusätzliche Schalter oder längere Öffnungszeiten aufgefangen werden», schreibt der Gemeinderat, «der Suchverkehr und damit auch die Lärm- und Abgasbelastung werden erheblich zunehmen.» Nicht nur die Erreichbarkeit und die Postversorgung als Ganzes, sondern auch die Verkehrslage rund um den südlichen Bahnhofbereich und in den angrenzenden Quartieren würden durch den Entscheid der Post «in unerträglichem Masse verschlechtert».

Die von der Post beabsichtigte Konzentration auf die Poststelle1 könne zwar Auswirkungen – im Verkehrsbereich möglicherweise negative – auf das Projekt ESP Bahnhof haben. Trotzdem sieht der Gemeinderat keine Möglichkeiten, die Post im Zusammenhang mit dem ESP Bahnhof zur Weiterführung der Löwen-Post zu verpflichten.

Zwei vollwertige Poststellen

Er ist aber der Ansicht, dass es zur Grundversorgung in Langenthal zwei vollwertige Poststellen braucht, allenfalls in Kombination mit einer Agenturlösung.

Die Post sei verpflichtet, vor der Verlegung oder Schliessung einer Poststelle die Behörden anzuhören und mit diesen eine einvernehmliche Lösung anzustreben. Kommt diese nicht zustande, können die Behörden die Postcom anrufen. Das hat die Stadtregierung getan. Die Empfehlungen der Kommission müssen innerhalb von sechs Monaten vorliegen. Sie sind lediglich «zu berücksichtigen». Der abschliessende Entscheid liegt also bei der Post. Die Empfehlung der Postcom wird öffentlich gemacht. Vorher darf die Poststelle nicht geschlossen werden.

Da der Gemeinderat die beiden Interpellationen nun schriftlich beantwortet hat, ist im Stadtrat keine Diskussion vorgesehen.

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