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Ryan nur noch als Scout erwünscht

Kevin Ryan steht beim SC Langenthal nicht mehr an der Bande: Weil die sportlichen Leistungen unbefriedigend sind, haben die Oberaargauer den Dänen Heinz Ehlers als Nachfolger engagiert. Die Fans sind glücklich.

Seine Tipps sind auf der Spielerbank nicht mehr gefragt: Trainer Kevin Ryan soll bis Saisonende nur noch im Scoutingbereich tätig sein.
Seine Tipps sind auf der Spielerbank nicht mehr gefragt: Trainer Kevin Ryan soll bis Saisonende nur noch im Scoutingbereich tätig sein.
Marcel Bieri

Wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest muss der gestrige Tag für manchen hart gesottenen Fan des SC Langenthal gewesen sein. Kurz vor der Mittagspause bediente die SCL-Geschäftsleitung die Medien mit jener Pressemitteilung, die im Umfeld des Klubs schon seit Monaten herbeigesehnt wird: Kevin Ryan (43) ist ab sofort nicht mehr Trainer der 1. Mannschaft. An seine Stelle rückt der Däne Heinz Ehlers (43), zuletzt beim EHC Biel in der NLA engagiert (siehe unten).

Zuschauer sind happy

Die Kunde über Ryans Abgang machte am Mittag rasch die Runde, und für einmal war man sich im Internet-Fanforum des SCL durchs Band weg einig: «Super Sache», «Endlich!», «Herzliche Gratulation!», war da zu lesen, kaum einer scheint dem geschassten Coach wirklich nachzutrauern. «Sein Engagement stand von Anfang an unter einem schlechten Stern», ist der SCL-Fandelegierte André Nyffeler überzeugt.

«Eigensinnig und arrogant»

Als «zu eigensinnig, arrogant und hochnäsig» wird der Hockeylehrer auf der Schorentribüne wahrgenommen. Weil auch die sportlichen Erfolge ausgeblieben waren, wurde es für den Kanadier schon im letzten Winter ziemlich ungemütlich. Immer wieder musste er sich während der Spiele Pfiffe und «Ryan raus»-Rufe anhören, von einem aufgebrachten Fan wurde er gar mit Bier geduscht. Den letzten Eklat gabs Anfang Oktober dieses Jahres, als hundert SCL-Fans das erste Drittel des Heimspiels gegen Neuenburg aus Protest boykottierten.

Hat sich die SCL-Führung nun dem Druck der Fans gebeugt? «Nein», sagt SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf. Ausschlaggebend sei «die sportlich unbefriedigende Entwicklung» gewesen. Zuletzt hat der SCL dreimal in Folge verloren.

Nach knapp einem Drittel der Meisterschaft liegen die Oberaargauer auf Platz 7. Vor der Saison wurden die «Top sechs» als Ziel angegeben – auf das sechstplatzierte Sierre beträgt der Rückstand aber jetzt schon fünf Punkte. Trotzdem: «Für eine Reaktion bleibt noch genügend Zeit», ist Kämpf überzeugt. «Das nötige Potenzial, um das gesteckte Ziel erreichen zu können, hat das Team bestimmt.»

Ryan bleibt als Scout

Dass er nicht mehr Trainer ist, hat Kevin Ryan am Samstag an einer Sitzung mit Geschäftsleitung und Verwaltungsrat erfahren. Nun habe man ihm ein paar Tage frei gegeben, damit er die Geschehnisse verarbeiten könne, sagt Kämpf. Vorgesehen ist, dass Ryan bis Saisonende beim SCL Aufgaben im Bereich Scouting und Mannschaftsentwicklung übernimmt. Dann läuft sein Vertrag ohnehin aus – und das schwierige Kapitel gehört definitiv der Vergangenheit an.

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