Rehkitzsuche per Helikopter

Rumisberg/Farnern

Mit Helikopter und Wärmebildkamera ortete Landwirt Samuel Sommer in Rumisberg und Farnern Rehkitze – und bewahrte sie so vor dem Tod durch den Mäher.

Mit Helikopter und Kamera nach Rehkitzen gesucht.

Mit Helikopter und Kamera nach Rehkitzen gesucht.

(Bild: zvg)

Samuel Sommer (47), der den Bauernhof bewirtschaftet, welcher zum Schloss Oberbipp gehört, verletzte in diesem Jahr beim Heugrasmähen ein Rehkitz tödlich. Dies trotz vorangehender Verblendung durch die Jäger. Ein anderes Jungtier konnte durch die Jäger gerettet werden. In den letzten Jahren verletzten Sommer und viele andere Landwirte beim Mähen trotz aufwendiger Schutzmassnahmen immer wieder Rehkitze. «Die Schreie der verletzten Rehkitze sind jeweils herzzerreissend», sagt Sommer. Das Land beim Schloss Oberbipp grenzt überall an den Wald und ist mit Bäumen und Büschen besetzt – ein ideales Gelände für junge Wildtiere wie Rehkitze. Sommer ist auch häufig als Fotograf mit dem Helikopter unterwegs. Seine Bekanntschaft mit Christoph Weber von Blitz Helicopters GmbH und Kurt Furrer von der Feuerwehr Oberbipp brachte die drei Männer auf die Idee, die Rehkitze aus der Luft mit einer Wärmebildkamera im Gras zu orten und sie auf diese unkonventionelle Art besser zu schützen. Die Feuerwehr besitzt eine solche Wärmebildkamera.

Kaninchen im Gras platziert

Am frühen Freitagmorgen platzierte Sommer an drei Stellen Kaninchen in einer Kiste im Gras. Er wollte sicherstellen, dass die Tiere aus der Luft mit der Wärmebildkamera auch wirklich geortet werden können. Der Versuch funktionierte laut Sommer bestens. Und so ging es anschliessend auf Rehkitzsuche.

Wenn ein Rehkitz aus der Luft geortet wurde, liess Sommer einen Sandsack fallen, der an einem Ballon hing. So konnten die Jäger das Rehkitz aus dem Gras tragen.

Rehkitze verfügen zu ihrem Schutz über keinen Eigengeruch. Sie können so von ihren Feinden nicht ausfindig gemacht werden, aber ebenso wenig von Jagdhunden. Deshalb wählte Sommer den aufwendigen Versuch mit der Wärmebildkamera und dem Helikopter. Im Vergleich zu ferngesteuerten Drohnen könnten mit dem Helikopter in sehr kurzer Zeit grosse Flächen abgesucht werden, erklärt Sommer. Somit seien die anfallenden Kosten für die einzelnen Parzellen tragbar. Die Kosten für den Versuch vom Freitag tragen Sommer und Weber.

Bewilligungen eingeholt

Vorgängig mussten von der Gemeinde und vom Bundesamt für Zivilluftfahrt die nötigen Bewilligungen für den Flug am frühen Morgen eingeholt werden. Wegen der Wärmeabstrahlung sind solche Einsätze mit einer Wärmebildkamera nur am frühen Morgen ohne Sonneneinstrahlung möglich.

Nach dem Versuch in Rumisberg folgte noch am gleichen Morgen ein weiterer Suchflug in Farnern. «So konnten in kurzer Zeit mehrere Rehkitze vor der Mähmaschine gerettet werden», sagt Sommer.

Berner Zeitung

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