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Pietro Fornara gibt seinen Dessous-Laden auf

Nach 111 Jahren schliesst Pietro Fornara das Familiengeschäft. Sein Grossvater gleichen Namens verkaufte und reparierte im Oberaargau einst Schirme, zuletzt hatte Pietro Fornara Dessous im Angebot.

Pietro Fornara macht Ende Mai seinen Dessousladen dicht.
Pietro Fornara macht Ende Mai seinen Dessousladen dicht.
Thomas Peter

Nebst der Ära des Familiengeschäfts Fornara endet mit der Schliessung des Verkaufsladens noch eine zweite: Katharina Schürch geht in Pension. Mit einem kurzen Unterbruch arbeitete sie seit 1956 für den Familienbetrieb. Mit heute 74 Jahren hört sie nun auf. Pietro Fornara und seine Partnerin Minouche Chamberland schliessen den Laden am Affenplatz Ende Mai.

Gegründet wurde das Geschäft etwa um 1898 herum von Pietro Fornaras Grossvater gleichen Namens. Er kam aus Norditalien nach Langenthal und verkaufte und reparierte Schirme. Der in der Region später als «Schirm-Peter» bekannte Immigrant hatte vier Kinder und bewohnte mit der Familie ein kleines Haus an der Marktgasse 3. Dort wohnt der Enkel noch heute – allerdings in einem anderen Gebäude. Das frühere Haus wurde 1952 durch ein Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Die Witwe Fornara führte nach dem Tod von Pietro Fornara I. das Geschäft in Langenthal weiter. Später übernahm dann Sohn Emilio den Laden.

Emilio und die Schneiderin

Emilio Fornara heiratete eine Korsettschneiderin. So bot das Geschäft nebst den mobilen Dächern bald einmal auch Miederwaren an. Emilio und seine Frau Klara hatten zwei Söhne, einer davon ist der heutige Besitzer Pietro. Sein Vater erkrankte später an MS, weshalb Pietro ins Geschäft einstieg und dieses in dritter Generation weiterführte, wie er in einer kurzen Familienchronik schreibt. Zu den besten Zeiten beanspruchte der Laden in der Marktgasse drei Stockwerke. Pietro führte zudem ein kleines Werbebüro und organisierte während vieler Jahre den «Glatte Märit» in der Markthalle.

Vom Wuhr- an den Affenplatz

Nach der Trennung seiner Frau kam es jedoch geschäftlich zu Problemen. Der Verkaufsladen musste sogar liquidiert werden – und der langjährigen Mitarbeiterin Katharina Schürch wurde gekündigt. Zusammen mit seiner neuen Partnerin Minouche Chamberland baute Pietro Fornara das Geschäft später wieder auf und eröffnete am Wuhrplatz einen neuen Laden. Dadurch konnte Schürch wieder eingestellt werden. Durch den Umbau des Platzes sah er dort aber keine Zukunft mehr und zügelte 2011 an den Affenplatz. Doch Fornara war schon damals klar, dass er den Laden früher oder später schliessen würde. Mit 75 Jahren befindet er sich längst im Rentenalter. Deshalb geht nun die «111-jährige Lädeligeschichte zu Ende», wie er sagt. Wobei: Ganz lassen kann es Fornara dann doch nicht. Er wolle seine Produkte weiterhin im Internet anbieten.

Berner Zeitung/tg

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