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Kultur soll Regionssache werden

Die emmentalischen Zentrumsgemeinden Langnau und Burgdorf unterhalten seit Jahr und Tag kulturelle Einrichtungen, ohne von den umliegenden Gemeinden finanziell unterstützt zu werden. Das soll sich demnächst ändern.

Zentrumsgemeinden beherbergen kulturelle Einrichtungen wie Museen, Galerien, Theater und Konzertsäle, die in kleineren Ortschaften oft fehlen. So sind in Langnau zum Beispiel das Regionalmuseum Chüechlihus oder das Kulturlokal Kupferschmitte beheimatet, und Burgdorf verfügt unter anderem über drei Museen im Schloss, das Kunstmuseum Franz Gertsch, das Casino-Theater und eine gut bestückte Stadtbibliothek.Schon seit mehreren Jahren vertritt man in Burgdorf die Ansicht, dass sich die umliegenden Gemeinden, die von der kulturellen Infrastruktur der Zentrumsstadt profitieren, an den Kosten beteiligen sollten. Zu diesem Zweck versuchte man, eine regionale Kulturkonferenz nach Berner, Thuner und Bieler Vorbild ins Leben zu rufen. Ziel war, dass 18 Gemeinden insgesamt 100000 Franken beisteuern sollten. Der Plan scheiterte jedoch vor sechs Jahren – nicht zuletzt, weil Burgdorf die Verhandlungen zu spät aufgenommen hatte und zu diesem Zeitpunkt bereits über eine Revision des kantonalen Kulturförderungsgesetzes diskutiert wurde. Angesichts der anstehenden Änderungen mochte niemand mehr über eine Kulturkonferenz reden, die vielleicht schon bald überholt sein würde.Es tut sich etwasDas Thema «Kulturbatzen» ist in letzter Zeit aber wieder aktuell geworden: An politischen Versammlungen und Verbandstreffen wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man eine regional abgestützte Mitfinanzierung von kulturellen Einrichtungen demnächst diskutieren wolle – und zwar im Rahmen des neuen Vereins Region Emmental. Diese Organisation umfasst die 42 Gemeinden des im Zuge der Verwaltungsrefom neu definierten Emmentals und dient als deren Sprachrohr und Promotionsorgan.Kein GiesskannenprinzipDie Bemühungen, den Kulturbatzen jetzt doch noch auf den Schlitten zu bringen, sind angelaufen. Laut Gemeinderat Andrea Probst, der in Burgdorf für Bildung und Kultur zuständig ist, hat sich hierzu eine Arbeitsgruppe gebildet. An der Versammlung des Vereins Region Emmental vom 4. Juni werde über den aktuellen Stand der Arbeiten informiert. Vorgesehen sei, in den Gemeinden einen Pro-Kopf-Beitrag zu erheben, um im oberen wie im unteren Emmental ausgewählte Institutionen von regionaler Ausstrahlung mitzufinanzieren. Einrichtungen von lokalem Gepräge zu unterstützen, bliebe dagegen Aufgabe der jeweiligen Standortgemeinden.Dass im Verein Region Emmental zusätzlich zum Tourismusbatzen nun auch noch über eine regionale Kulturabgabe nachgedacht wird, dürfte die Spendierfreudigkeit der einen und anderen Gemeinde etwas gar sehr strapazieren. Er sehe diese Problematik durchaus, sagt Regionspräsident Samuel Leuenberger auf Anfrage. Das sei ursprünglich aber nicht so geplant gewesen. Die Tourismusförderung sei unvorhergesehenerweise an die Region übergegangen; diese springe in die Lücke, weil die Wirtschafts- und Tourismusorganisation Pro Emmental ihre Tätigkeit weitgehend einstelle. Was aber die Kulturkonferenz anbelange, so sei es besser, man finde in der Region freiwillig eine Lösung, als dass der Kanton ein Machtwort spreche. Denn ein solches, ist Leuenberger überzeugt, werde nicht ausbleiben, falls sich die Regionen nicht selber die nötigen Strukturen gäben.

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