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Kiesabbau: Konflikt spitzt sich zu

Die Firma Novakies will in Hindelbank Kies abbauen. Doch der Gemeinderat will verhindern, dass neben dem bestehenden Kieswerk noch ein weiteres entsteht.

Der Platzhirsch: Die K.+U. Hofstetter AG (im Bild das Kieswerk in Hindelbank) wird wohl noch einige Jahre konkurrenzlos Kies abbauen.
Der Platzhirsch: Die K.+U. Hofstetter AG (im Bild das Kieswerk in Hindelbank) wird wohl noch einige Jahre konkurrenzlos Kies abbauen.
Thomas Peter

So ein kleiner Kieselstein, würde man meinen, könne niemandem etwas anhaben. Treten die Steine jedoch in Massen als Kies auf, können sie mitunter für ziemlichen Ärger sorgen. So zum Beispiel in Hindelbank: Dort bahnt sich derzeit ein Streit um den Kies an. Die Zutaten: der Gemeinderat, Grundbesitzer, ein grosses Bauunternehmen – und gewissermassen in der Zuschauerrolle eine alteingesessene Firma. Doch alles der Reihe nach.

Plötzlich Konkurrenz

Seit 25 Jahren bereits baut die Firma K.+U. Hofstetter AG im Gebiet Silberboden in Mattstetten Kies ab. Das Material fährt die Unternehmung ins Kieswerk in Hindelbank. Vor wenigen Jahren erwuchs dem Traditionsunternehmen plötzlich Konkurrenz: Die grosse Bauunternehmung Marti AG sicherte sich via ihrer Tochterfirma Novakies AG die grossen Vorräte auf der Hindelbanker Seite des Silberbodens im Oberhardwald. Die privaten Waldbesitzer und die Burgerkooperation waren mit im Boot. Marti kündigte an, den Kies exklusiv für den Eigenbedarf zu brauchen. In die Röhre schaute hingegen die alteingesessene Firma Hofstetter, die ebenfalls interessiert war. Doch sie nahm die Niederlage erstaunlich gelassen – so jedenfalls äusserte sich Verwaltungsratspräsident Kurt Baumgartner gegenüber dieser Zeitung vor zwei Jahren.

Irgendwann ging den Grundbesitzern das Projekt von Novakies zu langsam voran. Deshalb starteten sie im vergangenen Herbst eine Gemeindeinitiative. Diese verlangte, dass die Gemeinde «alles unternimmt», damit die Hindelbanker Stimmbürger bis Dezember 2014 über das Abbauprojekt samt Kieswerk abstimmen können. Die Initianten reichten im letzten März die Initiative ein. Das bedeutet, dass das Hindelbanker Stimmvolk im kommenden November vorerst darüber zu bestimmen hat, ob die Gemeinde das Projekt Oberhard dringlich vorantreiben soll.

Derweil machte aber auch die Hofstetter AG vorwärts. Am Dienstagabend informierte sie in Hindelbank über die Ende Mai eingetroffene Abbaubewilligung im Gebiet Äspli, das zwischen dem bisherigen Abbaugebiet der Firma und dem Hindelbanker Oberhard liegt. Bereits Ende letzten Jahres hatten die Mattstetter an der Gemeindeversammlung ihren Segen für das Projekt gesprochen. Mit dem Äspli in Mattstetten hat sich der Hindelbanker Kiesverarbeiter Vorräte für die kommenden vierzig Jahre gesichert.

«Schnelles Geld»

Zurück zum geplanten Abbaugebiet Oberhard in Hindelbank: Die von den Grundbesitzern initiierte Gemeindeinitiative setzte die Gemeindebehörden offensichtlich ziemlich unter Druck. Diese wehrten sich. Im Informationsblatt der Gemeinde publizierte der Gemeinderat eine auf den 31.Mai datierte Stellungnahme, die es in sich hat: Der Rat wirft den Initianten, also den Grundbesitzern und der burgerlichen Kooperation, vor, dass sie nur «möglichst schnell zu Geld kommen möchten», ohne auf andere Umstände Rücksicht zu nehmen. Monate vor der Abstimmung «bittet» der Gemeinderat, dass man die Vorlage doch ablehnen möge.

Nur ein Kieswerk

Was hat die Gemeinde gegen den geplanten Kiesabbau samt Kieswerk? Die Behörden fürchten sich insbesondere vor einer Verkehrszunahme, mehr Lärm und noch mehr Staub, wenn dereinst gleich in zwei Werken Kies verarbeitet würde. Das ist ebenfalls der Stellungnahme zu entnehmen. Aus Projektunterlagen von Novakies wird ersichtlich, dass der gewonnene Kies grösstenteils Richtung Bern abtransportiert werden würde. Die Lastwagen würden also nicht durch Hindelbank fahren. Bei Novakies war aber gestern niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Die Hofstetter AG kann dem Streit um das Abbaugebiet Oberhard vorerst gelassen von aussen zuschauen. Aber auch sie geniesst nicht die uneingeschränkte Liebe der Gemeinde: Diese duldet nur ein Kieswerk auf Gemeindeboden. Und das soll langfristig direkt im Abbaugebiet zu liegen kommen. Das Hofstetter-Werk jedoch befindet sich im Dorf selbst und führt seit Jahr und Tag Lastwagen voll Kies durchs Dorf.

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