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Kanton Bern plant im Emmental und Oberaargau nun zweigleisig

Nach dem Nein der eidgenössischen Räte zur Mitfinanzierung der Autobahnzubringer Emmental und Oberaargau fährt der Kanton Bern nun zweigleisig.

Roger Schibler, Kreisoberingenieur Emmental Oberaargau, und Barbara Egger-Jenzer bei der Pressekonferenz am Mittwoch.
Roger Schibler, Kreisoberingenieur Emmental Oberaargau, und Barbara Egger-Jenzer bei der Pressekonferenz am Mittwoch.
Walter Pfäffli

Der Kanton Bern arbeitet wie vorgesehen zwei Vorprojekte für die neuen Umfahrungstrassen in Burgdorf und Langenthal aus, prüft aber auch Verbesserungen ohne sie. Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektorin Barbara Egger-Jenzer sagte am Mittwoch vor den Medien in Burgdorf, die beiden Regionen hätten nach wie vor ein Verkehrsproblem. Deshalb brauche es Lösungen.

Wie Bundesrätin Doris Leuthard selber in der Debatte der Eidgenössischen Räte zu den zwei Autobahnzubringern vorgeschlagen habe, werde nun der Kanton Bern die beiden Strassen in die Agglomerationsprogramme Burgdorf und Langenthal aufnehmen. Dies, um doch noch zu Bundesgeldern zu kommen. Der Kanton Bern könne die beiden auf 370 Millionen und 170 Millionen Franken veranschlagten Strassen nämlich nicht selber finanzieren.

Planung bis Ende 2015

Deshalb setzt der Kanton Bern nun die Planungsarbeiten fort und startet die beiden Vorprojekte. Bis Ende 2015 will das kantonale Tiefbauamt die Planung der zwei Strassen soweit weitertreiben, dass sie in die öffentliche Mitwirkung geschickt werden können.

Den Autobahnzubringer Emmental hat der Kanton laut Egger bereits ins Agglomerationsprogramm Burgdorf der 2. Generation integriert. Der Autobahnzubringer Oberaargau liegt ihr zufolge fast ausschliesslich ausserhalb des Agglomerationsperimeters Langenthal.

Um dennoch Bundesbeiträge zu erhalten, müsse eine Massnahme eine wesentliche, bedeutende Wirkung innerhalb des Perimeters entfalten. «Den entsprechenden Nachweis müssen wir erbringen.»

Neu heisst es «Verkehrssanierung»

Gleichzeitig hat der Kanton Bern aber auch beschlossen, als Alternative zu den zwei Umfahrungsstrassen Verbesserungen der bestehenden Strassen zu planen, also die von Umweltverbänden und Grünen geforderte Variante «Null plus» an die Hand zu nehmen. Die beiden Lösungsansätze sollen dann gegenübergestellt werden.

«Die Arbeiten dienen so als wichtige Entscheidungsgrundlage für die Festlegung der langfristig richtigen Lösung», sagte Egger laut Redetext. Die beiden Ansätze seien auch die notwendige Grundlage für den Bund.

Den neuen, zweigleisigen Ansatz unterstreicht der Kanton Bern mit dem Beschluss, die Planungsarbeiten neu nicht mehr unter den Titel «Autobahnzubringer» zu stellen. Neu tragen sie den Titel «Verkehrssanierungen Emmental und Oberaargau». «Diese Projektnamen bezeichnen die angestrebten Ziele treffender, ob nun mit oder ohne Umfahrungslösungen», sagte Egger.

Grosser Rat genehmigte Projektierungskredit

National- und Ständerat sagten im vergangenen September Nein zur Aufnahme der beiden Autobahnzubringer ins Nationalstrassennetz. Das bedeutete eben auch, dass kein Bundesgeld fliesst. Leuthard sagte damals, die beiden Strassen erfüllten die Kriterien für eine Nationalstrasse nicht.

Keine der zwei Strassen verbänden gross- und mittelständische Agglomerationen und sie erhöhten auch die Netzsicherheit auf den Hauptachsen nicht.

Kurz zuvor hatte der bernische Grosse Rat 5,7 Millionen Franken für die Ausarbeitung der Autobahn-Zubringer-Vorprojekte genehmigt. Der Rat forderte damals aber auch, Alternativen zum grossen Wurf zu prüfen.

(SDA)

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