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Harter Kampf gegen zähes Kraut

Trotz seiner schönen rosa Blüte: Das Drüsige Springkraut breitet sich im Langetental aus und verdrängt lokale Pflanzen. Arbeitslose und Asylsuchende reissen es nun entlang von Bachufern aus. Doch das Kraut wächst nach.

Mühsamer Einsatz gegen Unkraut: Mitarbeiter des Arbeitslosenprojekts «maxi.mum» entfernen am Rotbach bei Roggwil die schädlichen Pflanzen des Drüsigen Springkrauts.
Mühsamer Einsatz gegen Unkraut: Mitarbeiter des Arbeitslosenprojekts «maxi.mum» entfernen am Rotbach bei Roggwil die schädlichen Pflanzen des Drüsigen Springkrauts.
Thomas Peter

Mühsam stapft Izni Ademi in seinen Stiefeln durch die feuchte Erde. Seine Arme brennen von den vielen Brennnesseln. Er schwitzt. «Seit drei Monaten mache ich diese Arbeit nun», keucht Ademi und wirft einen Büschel Drüsiges Springkraut auf die Strasse.Izni Ademi arbeitet für «maxi.mum», das Beschäftigungsprogramm der Stadt Langenthal. Zusammen mit anderen Langzeitarbeitslosen und neuerdings auch Asylsuchenden reisst er das schnell wuchernde Kraut entlang von Bächen und auf nährstoffreichen Böden aus. Denn mit dieser Pflanze ist nicht zu spassen: Sie gefährdet die lokale Vegetation (siehe Box). Den Sinn seiner Arbeit sieht Ademi ein: «Wenn wir nichts tun, wächst hier bald nur noch Springkraut.» Und er sei ja nicht immer daran, es zu beseitigen.6 Tonnen ausgerissen«Wir setzen unsere Leute nicht jeden Tag für die gleichen Arbeiten ein, damit sie Abwechslung haben», bekräftigt Bruno Ruch. Der Programmleiter Landschaft bei «maxi.mum» ist für das «Jät-team» verantwortlich. Bisher hat er bereits 6 Tonnen des zähen Krautes in die Kompogasanlage gefahren.Ganz neu im Team ist Mohamed Reza, ein Asylbewerber. Ursprünglich stammt er aus dem Iran. «Es ist wichtig, dass wir die Pflanzen von Hand ausziehen», erklärt er. Denn: Erwischt man nicht die ganze Wurzel, geht es bloss Tage, und das Springkraut beginnt wieder zu spriessen. «Das haben wir auch schon erlebt», lacht Walter Fiechter. Er arbeitet für Biodiversia, eine Firma für nachhaltige Entwicklung und naturnahen Tourismus in Langenthal. Sie koordiniert die Beseitigungsaktion des Drüsigen Springkrauts. «Die Pflanzen sind hartnäckig», erklärt Fiechter, «leider haben wir zu wenig Leute, um gründlich zu arbeiten.» Deshalb sei man auf freiwillige Helfer angewiesen.Das Kraut spriesst wiederAn diesem Morgen, am Ufer des Langete-Nebenbachs in der Brunnmatt bei Roggwil, sind 15 Leute mit Ausreissen beschäftigt. Auch Walter Fiechter packt kräftig mit an. Und dennoch: Viel weiter als ein paar 100 Meter werden sie nicht kommen. «Deprimierend ist, wenn das Springkraut, kaum beseitigt, wenige Tage später wieder spriesst», sagt Fiechter. Mindestens zweimal müsse man durchgehen, damit man alle Resten gepackt habe. Dreimal wäre noch besser. Aber dazu fehlen die Leute.Gemeinden sensibilisierenUnd trotzdem freut sich Projektleiter und Chef von Biodiversia, Werner Stirnimann: «Dank der Aktion konnten wir schon beträchtliche Gebiete ganz vom Springkraut säubern.» Probleme bereiten Fiechter die Gemeinden: «Sie sind zu wenig sensibilisiert.» Sie wollten die Arbeit nicht ausführen lassen, sondern dem eigenen Werkhof zuschanzen. «Nur», so Fiechter, «dann wird es oft nicht gemacht.»Langsam geht es gegen 10 Uhr. Und Awet Tekla, aus dessen Hosensack ein Musikhandy säuselt, weiss, was nun kommt: «Pause!»

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