Erneut steht Signau ohne Kiosk da

Signau

Der Kiosk am Bahnhof Signau ist wieder zu, nicht zum ersten Mal. Ob der Rollladen am Container jemals wieder hochgezogen wird, steht noch in den Sternen.

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Zwar hängt an der Seite des Kioskcontainers beim Bahnhof Signau noch ein Plakat mit den Öffnungszeiten, der Rollladen des Kioskes ist aber seit gut einem Monat nach unten gezogen. «Ja, ich habe leider per 13. Dezember des vergangen Jahres den Betrieb einstellen müssen», erklärt Romy Reber auf Anfrage.

Gesundheitliche Probleme

Reber hat den Kiosk seit März 2011, also nicht ganz drei Jahre, betrieben. Es sei nicht so, dass sie mit dem Umsatz nicht zufrieden gewesen sei. Vielmehr hätten gesundheitliche Probleme zur Schliessung geführt. «Vorab die kalten Wintertage waren für mich im Container nicht mehr tragbar», hält Romy Reber fest. Der Kioskcontainer sei nur schwer zu heizen gewesen, denn die mit einem kleinen Heizgerät erzeugte Wärme sei auf allen Seiten nach draussen entwichen.

Trotz dieser Probleme: Sie bereue im Nachhinein den Schritt in die Selbstständigkeit, den sie mit dem Kiosk vollzogen hatte, nicht: «Wäre das mit der Gesundheit nicht gewesen, hätte ich den Laden nicht geschlossen», ist für Reber klar.

Der Kiosk am Bahnhof Signau zog Kundschaft aus dem Dorf, aber auch aus der Umgebung von Bowil und Zäziwil über Eggiwil und Röthenbach bis fast nach Langnau an. Wie geht es nun mit ihm weiter? Geht er wieder auf, oder bleibt der Rollladen für immer unten? Die Besitzerin des grauen Kioskcontainers, die SBB, hat das Objekt zur Vermietung ausgeschrieben. Verfügbar nach Vereinbarung, heisst es bei den SBB.

Man würde begrüssen, wenn jemand den Container mieten und als Kiosk weiter betreiben würde, sagt Karin Rohn, Verantwortliche für die Immobilien-Bewirtschaftung Region Mitte der SBB. Auf die schlechte Beheizbarkeit angesprochen, hält Rohn fest, dass es sich beim Container um ein älteres Modell handle. Aber das Nötigste an Einrichtungsmobiliar sei vorhanden. «Wir haben bereits einige Anfragen erhalten, aber Konkretes hat sich noch nicht ergeben.»

Turbulente Kioskzeiten

Ein Auf und Ab, oder besser: ein Auf und Zu erlebte der Kiosk am Signauer Bahnhof in den vergangenen Jahren. Romy Reber, die damals noch Romy Schürch hiess, wagte am 1. März 2011 den Sprung ins kalte Wasser und übernahm den Laden. Nebst dem üblichen Kiosksortiment bot sie auch kleinere Geschenkartikel an. Zuvor aber war der Kiosk in Signau zum Politikum geworden: Denn im Herbst 2010 entschied die damalige Besitzerin des Kiosks, die schweizweit tätige Valora-Gruppe, den Standort zu schliessen. Dies löste in der Bevölkerung eine Welle der Empörung aus.

Die Signauer wollten dies nicht einfach so hinnehmen und sammelten Unterschriften, um gegen den Schliessungsentscheid zu protestieren. 2000 Personen unterzeichneten das Begehren – bewirken konnte die Aktion freilich nichts: Am frühen Abend des Stephanstags 2010 wurde der Kiosk dichtgemacht. Dorfbewohnern und Pendlern bot sich der gleiche Anblick wie heute: Heruntergelassene Rollläden.

Berner Zeitung

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