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Er war 26 Jahre freiwillig im Gefängnis

Über zwei Jahrzehnte war Hans-Rudolf Messerli Anstaltsarzt in der Strafanstalt Thorberg. Ende April hört er auf. In dieser Zeit hat er vieles erlebt: Drohungen, Hungerstreiks, eine Massenschlägerei, aber auch viel Dankbarkeit.

Die Türe öffnet sich mit einem Summton. Am Empfang der Strafanstalt Thorberg in Krauchthal fragt der Mitarbeiter nach einem Ausweis. Die Tasche wird im Schliessfach versorgt; mitgenommen werden darf nur das Nötigste: Schreiber, Notizblock, Schliessfachschlüssel. «Sie sind für den Besuch im Gesundheitszentrum angemeldet. Gehen Sie zur Kapelle, bei der Uhr. Dort wird man Sie abholen.» Auf dem Hof ist weit und breit niemand zu sehen. Ein beklemmendes Gefühl breitet sich aus. Am Treffpunkt kommt Hans-Rudolf Messerli, der Anstaltsarzt, durch die Sicherheitstüre, grüsst. Er führt als erstes durch die Gesundheitsabteilung – durch Büro, Medikamentenabgabe und Sprechzimmer mit Liege, Apparaturen und einem Tisch. Es sieht aus wie in einer normalen Praxis. Wären da nicht die Gitter vor den Fenstern. Wäre da nicht die hermetische Abriegelung.

Hans-Rudolf Messerli ist seit26 Jahren Anstaltsarzt im Thorberg. Vier Direktoren hat er erlebt. Ende April will er aufhören. Seine Praxis in Burgdorf führt er aber weiter, sagt der 58-Jährige. Messerli ist einer von zwei Anstaltsärzten. Sprechstunde hat er einmal in der Woche.

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