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Ehemaliger Kampfjet schwebt über Dreilinden

Seit zehn Jahren ist sie das Wahrzeichen am Ortseingang von Langenthal: die Venom in Walter Webers Garten. Der ehemalige Kampfjet wie auch Webers Motorenmuseum ernten immer wieder bewundernde Blicke.

Fliegernostalgie in Reinkultur: Beinahe wie im Tiefflug schwebt die einst legendäre Venom beim Kreisel Dreilinden über dem Ortseingang von Langenthal. Der ehemalige Düsenjäger hat die ersten zehn Jahre gut überstanden.
Fliegernostalgie in Reinkultur: Beinahe wie im Tiefflug schwebt die einst legendäre Venom beim Kreisel Dreilinden über dem Ortseingang von Langenthal. Der ehemalige Düsenjäger hat die ersten zehn Jahre gut überstanden.
Herbert Rentsch

Jedem Wind und jedem Wetter hat sie bisher getrotzt. Weder Sonne, Regen, Schnee noch Sturmwinde konnten die Venom beschädigen. Wie am 10. Dezember 1999, als der silbergraue Vogel beim Dreilindenkreisel aufs Gestell gehievt wurde, schwebt er über dem Boden und dreht sich jeweils in den Wind – ein Wahrzeichen am Ortseingang von Langenthal.

«J-1639» steht seitlich am Leitwerk der Venom. Mit ihrem charakteristischen Doppelleitwerk und den stromlinienförmigen Flügeltanks war sie in den Fünfzigerjahren der Stolz der Schweizer Luftwaffe. Der Langenthaler Walter Weber übernahm die Maschine 1997 – arg verwittert und in Einzelteile zerlegt – von einem Besitzer in der Ostschweiz.

Intakt dank Glasfaserstoff

Auf das Flugzeug in seinem Garten ist Weber heute noch stolz. «Es ist in gutem Zustand», sagt der 79-Jährige und deutet auf die Venom. Das ist nicht selbstverständlich. Andere Venoms, die aufgestellt wurden, sind längst zerfallen. Denn der Rumpf des ehemaligen Düsenjägers bestand aus stoffbespanntem Holz.

Walter Weber jedoch ersetzte bei der zweijährigen Restaurierung seiner Maschine verfaulte Holzteile und bespannte den Rumpf mit Glasfasergewebe. Zum Schluss wurde das Flugzeug mit den Flügeln und dem Leitwerk aus Metall gespritzt. Folge: Die Witterung konnte der Venom nichts anhaben. Den härtesten Test bestand die Venom nur sechzehn Tage nach der Installation: Der Sturm Lothar fegte übers Land, doch die Venom hielt sich im Wind und blieb im Drehgestell verankert.

Seither haben viele bewundernde Blicke das Flugzeug gestreift. Weber: «Es kommen immer wieder Leute, welche die Venom anschauen und fotografieren. Manchmal machen sie sogar einen Abstecher zum Haus, um sie besser beobachten zu können.»

Der alte Düsenjäger ist jedoch nicht der einzige Stolz des ehemaligen Mechanikers und Geschäftsmannes. Denn im Gebäude unter der Venom befindet sich Walter Webers Werkstatt. Und die bietet viele weitere tolle Objekte aus der Fliegerei.

Museum der Motoren

«Ich gehe ins Museum», sagt Weber jeweils, wenn er sich aus der Wohnung dorthin verzieht. Früher war er Chef des Rasenmähergeschäfts an der Bützbergstrasse. 1995 übergab er es an seinen Sohn Rolf. Seit damals nutzt er seine Pensionierungszeit für die Instandstellung von Flugzeugmotoren. In seinem «Museum» stehen Strahltriebwerke von Venoms, eines Hunters sowie weitere Motoren, zum Beispiel der eines Helikopters oder der Sternmotor der legendären Verkehrsmaschine Super Constellation. Sein Ehrgeiz besteht darin, dass die Motoren wieder laufen. Oder er präpariert sie als Schaumodelle, die einen Einblick ins Innere ermöglichen. Kein Wunder, sind immer wieder Klassen der Berufsfachschule Langenthal zu Gast, um sich in die Antriebstechnik von Flugzeugen zu vertiefen.

Ein Flug zum Dank

Und welches ist sein liebstes Stück? «Der Sternmotor», sagt Weber, ohne zu zögern. Einen solchen – allerdings kleineren – habe er bereits als Gewerbeschüler im Schulhaus bewundert. Seinen Motor, den er in Versailles gekauft hatte, lieh er einst für eine Schau auf dem Flugplatz Belpmoos aus. Und als Dank durfte er selbst in die Luft: auf einen einstündigen Flug in der Super Connie.

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