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Die Steuereinnahmen brechen ein

Die Gemeinde Worb bekommt die Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren: Der Gemeinderat rechnet in den kommenden Jahren bei den Steuereinnahmen mit Ausfällen von rund einem Steuerzehntel. Deshalb wird jetzt gespart.

Urs Baumann

Kommt der Wirtschaftsmotor ins Stocken, hat das auch Auswirkungen auf die Berner Gemeinden. Zwischen 0,5 (2010) und 2,4 (2014) Millionen Franken weniger Steuern wird die Gemeinde Worb voraussichtlich in den nächsten Jahren einnehmen. Dies haben die Finanzabteilung und der Gemeinderat auf Grund von Daten aus der Wirtschaft sowie von Bund und Kanton berechnet. Die Finanzplanung 2010 bis 2014 rechnet mit Ertragsausfällen von annähernd einem Steuerzehntel pro Jahr. Wenig juristische PersonenGemeinden mit viel Industriebetrieben und Gewerbe dürfte es noch härter treffen. Weil jedoch in Worb verhältnismässig viele Steuerpflichtige leben, die in der öffentlichen Verwaltung arbeiten, wirkt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise hier weniger stark aus. Die Steuerausfälle könnten bis zum Ende der Planungsperiode durch das Eigenkapital gedeckt werden. Weil der Gemeinderat jedoch nicht weiss, was die Zukunft bringt, will er einen Bilanzfehlbetrag vermeiden. Grosse InvestitionenDie Finanzlage wird sich noch zusätzlich verschärfen, weil in den nächsten Jahren in Worb überdurchschnittliche Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen sind und Gebäude saniert werden müssen. Ins Sportzentrum Hofmatt und in den Hochwasserschutz fliessen in den nächsten fünf Jahren zum Beispiel je rund 5,2 Millionen Franken. Auch die Sanierungen von Kindergarten- und Schulgebäuden verschlingen rund 2,3 Millionen Franken. Die Investitionen betragen pro Jahr durchschnittlich 8,4 Millionen Franken brutto. Antizyklisch verhalten«Der Gemeinderat will sich antizyklisch verhalten und fördert mit den Investitionen das einheimische Gewerbe», sagt Gemeinderat und Finanzvorsteher Jonathan Gimmel (SP). Durch die angespannte Finanzlage sehe man sich jedoch nun gezwungen, in allen Departementen nach Sparpotenzial zu suchen. «Damit vergrössern wir unseren Handlungsspielraum.» Der Gemeinderat will im Bereich der Honorare, Gutachten und Dienstleistungen rund 100000 Franken einsparen. Statt Expertisen durch externe Spezialisten erstellen zu lassen, sollen diese Aufträge wenn möglich auf den Pulten der Gemeindeangestellten landen. 12 Prozent oder 130'000 Franken werden beim betrieblichen Unterhalt gespart. Fast jeder dritte Franken (350000) fällt beim baulichen Unterhalt dem Rotstift zum Opfer. Weiter soll der Personal- und Sachaufwand für das kommende Jahr ohne Teuerung berechnet werden. Das Massnahmenpaket des Gemeinderats bringt Kosteneinsparungen von jährlich 715'000 Franken. «Jeder Bereich wird auf Einsparungen überprüft», sagte Finanzabteilungsleiter Fritz Jenzer, «Tabus gibt es keine.» Steuersenkung vom TischGemäss Gemeindepräsident Niklaus Gfeller (EVP) wird wegen der angespannten Finanzlage nicht auf Wunschbedarf der Verwaltung oder der Parteien eingegangen. Zudem sei eine Steuersenkung in Worb zurzeit keine Diskussion. Längerfristig soll der Steuerfuss jedoch von heute 1,6 auf 1,54 Einheiten, aufs Niveau der Stadt Bern, gesenkt werden.

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